Die Unterschiede in den Methoden der Qualitätsbereinigung können dazu führen, dass die internationale Vergleichbarkeit von Statistiken eingeschränkt wird. Am Beispiel des Marktes für Personal Computer soll daher untersucht werden, inwieweit hedonische Methoden geeignet sind, um auf europäischer Ebene harmonisierte, qualitätsbereinigte Preisindizes zu berechnen. Insbesondere soll untersucht werden, welche Voraussetzungen für die Nutzung von Skalenerträgen in der Bereitstellung hedonischer Funktionen durch Eurostat gegeben sind. Personal Computer scheinen hierfür besonders geeignet. Zum einen gibt es auf Grund der komponentenbasierte Architektur, die auf standardisierten Schnittstellen beruht, eine weltweite Arbeitsteilung in der Computerindustrie, mit nur wenigen globalen Herstellern für jede Komponente. Da diese Komponenten mit auf einem globalen Markt gehandelt werden, und die PC Hersteller diese lediglich assemblieren und vertreiben kann von ähnlichen Kostenfunktionen in den einzelnen Ländern ausgegangen werden. Zum anderen vereinheitlicht die weltweite Dominanz der Microsoft Produkte die Anforderungen an die Ausstattung der PCs. Die Hypothese, dass die Märkte in Europa hinreichend ähnlich sind, erscheint daher in besonderem Maße gegeben zu sein. Selbst wenn diese in dem Projekt verworfen werden sollte, könnten dennoch auf der gleichen Modellspezifikation beruhende Schätzungen, die auf einer europäischen Datenbank beruhen durchgeführt werden. Dazu soll untersucht werden inwiefern sich die Zeitpfade der "inflationären" Komponente der Preisentwicklung für PC im Detail (d.h. auf Monats-, Quartals- und Jahresbasis) von Land zu Land unterscheiden, und ob eventuell unterschiedliche Entwicklungen der nominalen Durchschnittspreise auf eine unterschiedliche Ausstattung der PC oder auf Unterschiede in der zeitlichen Entwicklung der PC Preise zurückzuführen sind. Die Aufgabe dieses Projektes ist daher, die preisbestimmenden Qualitätsmerkmale für PCs in zehn europäischen Ländern zu bestimmen und implizite Preise zu berechnen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf den Einfluss des unterstellten funktionalen Zusammenhangs zwischen Qualitätscharakteristika und Preis auf die ausgewiesene Qualitätsveränderung gerichtet werden. Eine wichtige zu prüfende Frage ist dabei, ob die Konstruktion einer gemeinsamen europäischen hedonischen Preisgleichung möglich ist. Diese würde den Einsatz der Methode vereinfachen und wertvolle Ressourcen in den Mitgliedsländern schonen. Identische Wertschätzungen in den beiden großen EU-Ländern sind jedoch eine wichtige Voraussetzung, um auf europäischer Ebene harmonisierte hedonische Preisindizes zu berechnen. Ziel des Vorhabens ist es daher auch, festzustellen, inwieweit gemeinsame hedonische Preisindizes für Europa berechnet werden können. Insbesondere soll geprüft werden inwieweit Gemeinsamkeiten in der Wertschätzung der nationalen Konsumenten für Qualitätsmerkmale es zulassen, dass diese Qualitätskorrektur zentral und damit kostengünstig durchgeführt werden kann. In dem Projekt soll schließlich auch untersucht werden , welche Anforderungen an eine europäische Datenbasis gestellt werden. Dazu werden Marktforschungsdaten verwendet und mit im Rahmen des Projektes im Internet selbst erhobenen Daten verglichen.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers

Moch, Dietmar, Jörgen Dalén und Paul Konijn (2003), Comparison of Hedonic Functions for PCs Across EU Countries, Discussion Paper, Eurostat.

Moch, Dietmar, Jörgen Dalén und Paul Konijn (2002), Searching for the European Hedonic Function for PCs, Working Paper, Eurostat, Luxembourg.

Moch, Dietmar und Jack Triplett (2001), International Hedonic Price Indexes - A Comparison of PC Prices between France and Germany, mimeo, ZEW Mannheim, Brookings Institution.

Gutachten

Moch, Dietmar, Wolfgang Sofka und Bianca Willauer (2003), European Hedonic Centre - ZEW Report, Eurostat, Mannheim.

Auftraggeber

Eurostat , Luxemburg , LU

Projektzeitraum

01.05.2001 - 31.08.2003

Kontakt
Kooperationspartner

Fred Barzyk, Statistics Canada, Ottawa, Ontario, CA
Jorgen Dalen
Richard McKenzie, Statistics Australia, Adelaide, AU
Prof. Jack E. Triplett, The Brookings Institution, Washington D.C., USA