Für die Beurteilung der Attraktivität eines Standortes aus steuerlicher Sicht stehen insbesondere die beiden Maße der effektiven Grenz- und der effektiven Durchschnittssteuerbelastung zur Verfügung. Die effektive Grenzsteuerbelastung erlaubt eine Aussage darüber, wie sich die Grenze der Vorteilhaftigkeit von Investitionen durch die Besteuerung verändert, d.h., ob ein Investitionsobjekt aufgrund der Besteuerung eine höhere oder niedrigere Rendite erwirtschaften muss, um noch lohnend zu sein. Die effektive Durchschnittssteuerbelastung trifft demgegenüber eine Aussage dazu, wie viel von einer gegebenen ökonomischen Rente dem Investor nach Steuern noch verbleibt. Beide Größen können je nach Entscheidungssituation für Investitions- und Standortentscheidungen relevant sein. Die Zielsetzung dieses Projektes war es einerseits, für den Standort Norwegen die effektiven Grenz- und die effektiven Durchschnittssteuerbelastungen sowohl für die Unternehmensebene allein als auch unter Einbezug der Anteilseigner zu ermitteln. Dies geschah auf Basis eines von Devereux und Griffith vorgestellten Modells. In einem zweiten Schritt wurden diese Steuerbelastungen den Steuerbelastungen in den 15 EU-Staaten gegenübergestellt. So ließ sich zum einen das norwegische Belastungsniveau einordnen. Zum anderen konnten die wesentlichen Unterschiede in der Struktur der Unternehmensbesteuerung herausgestellt werden, um Rückschlüsse auf die Attraktivität des Standortes Norwegen aus steuerlicher Sicht zu erlangen.

Auftraggeber

NHO - Confederation of Norwegian Business and Industry, Oslo, N

Projektzeitraum

01.04.2001 - 31.12.2001

Kontakt
Projektteam

Dr. Christoph Spengel (Leitung)
Dr. Lothar Lammersen, MA