Die deutsche Erbschaft- und Schenkungsteuer steht derzeit auf dem verfassungsrechtlichen Prüfstand. problematisch sind insbesondere die unterschiedlichen steuerlichen Bemessungsgrundlagen für die einzelnen Vermögensarten. Im Hinblick auf eine etwaige Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist ein Überblick darüber, wie die Erbschaftsteuer, insbesondere auch auf Unternehmensvermögen, in erschiedenen Ländern geregelt ist, von großem Interesse. Obschon nahezu alle entwickelten Länder eine Erbschaftsteuer erheben, so weisen die konkreten Regelungen in den einzelnen Ländern doch große Unterschiede auf, deren steuerliche Auswirkungen es zu untersuchen gilt. Vor diesem Hintergrund ist es die Zielsetzung des Forschungsvorhabens, die Bewertungsregelungen für die unterschiedlichen Vermögensarten, die persönlichen und sachlichen Steuerbefreiungen und Steuertarife bei unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht in den unterschiedlichen Staaten umfassend zu analysieren und zu vergleichen. Gegenstand der Untersuchung sind die Erbschaftsteuersysteme von Deutschland und ausgewählten Ländern der Europäischen Union, sowie der Schweiz, den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Zunächst sollen die relevanten erbschaftssteuerlichen Regelungen der einzelnen Staaten erarbeitet werden. Darauf aufbauend soll eine Modellkonzeption entwickelt werden, anhand derer im Wege einer Veranlagungssimulation einperiodische Belastungsvergleiche exemplarischer Erbfälle durchgeführt werden können. In diesem Zusammenhang sollen die Rechtsform, die Zusammensetzung und Höhe des Nachlassvermögens sowie der familiäre Bezug zwischen Erblasser und Erben variiert werden. Auftretende Belastungsunterschiede sollen abschließend auf ihre Ursachen hin untersucht werden. Von den Ergebnissen dieses Forschungsprojekts werden wichtige Anhaltspunkte für künftige Maßnahmen zur Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer in Deutschland erwartet.