Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat bisher rund 400 Fälle im Bereich der direkten Steuern entschieden und damit das geltende Steuerrecht in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) maßgeblich geprägt. Neben den erforderlichen Änderungen im nationalen Recht des unmittelbar vom Rechtsstreit betroffenen Mitgliedstaates hatten einige Entscheidungen auch erhebliche Auswirkungen auf das nationale Steuerrecht anderer Mitgliedstaaten. Um ein breiteres Verständnis der verschiedenen Dimensionen der EuGH-Rechtsprechung zu schaffen, ist es Gegenstand dieses Projektes die Reaktionen der Mitgliedstaaten auf zentrale Urteile der EuGH-Rechtsprechung im Bereich der direkten Besteuerung aufzuzeigen. Darauf aufbauend werden die Auswirkungen dieser Reaktionen unter Zugrundelegung des Devereux/Griffith-Modells quantifiziert. Hierbei wird analysiert, inwiefern es durch die EuGH-Rechtsprechung zu einem Abbau von steuerlichen Verzerrungen im EU-Binnenmarkt gekommen ist.