Im Sommersemester 2020 bot das ZEW wieder fünf Sommerkurse für den wissenschaftlichen Nachwuchs an, in diesem Jahr komplett online. An den Kursen zu aktuellen ökonomischen Themen nahmen insgesamt über 80 Nachwuchs-Wissenschaftler/innen des ZEW und der Universität Mannheim teil. Die ZEW-Sommerkurse sind Teil der intensivierten Kooperation im volkswirtschaftlichen Doktorandenprogramm mit der Universität Mannheim und werden vom Land Baden-Württemberg finanziell unterstützt.

Die englischsprachigen ZEW-Sommerkurse sind Wahlkurse, die Promovierende zur Unterstützung ihrer Dissertation als Blockkurs belegen können. Die Besonderheit liegt darin, dass den Promovierenden des ZEW und der Universität Mannheim Kurse in der vorlesungsfreien Zeit von Ende Juni bis August angeboten werden. Zusätzlich zum umfangreichen Kurs-Angebot im volkswirtschaftlichen Doktorandenprogramm der Universität Mannheim erweitern die ZEW-Sommerkurse mit renommierten Professorinnen und Professoren anderer Universitäten die bereits bestehende Kursvielfalt.

Online-Kurse als Antwort auf die Corona-Pandemie

ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D., freut sich über den erfolgreichen Ablauf der Sommerkurse: „Aufgrund der fortschreitenden Corona-Pandemie fanden die ZEW-Sommerkurse in diesem Jahr komplett virtuell statt. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass auch unsere internationalen Dozenten ihre Kurse entsprechend halten und damit den Promovierenden ein qualitativ hochwertiges Kursprogramm ermöglichen. Dieses Angebot vom ZEW in Kooperation mit dem Doktorandenprogramm der volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität Mannheim ist nur durch die Förderung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst möglich. Dafür ein herzliches Dankeschön.“

Lehrende bieten breites ökonomisches Themenfeld

In diesem Jahr konnte das ZEW fünf international angesehene externe Professoren als Dozenten für die ZEW-Sommerkurse gewinnen. Den Auftakt machte Prof. Nicolai Kuminoff, Ph.D., von der Arizona State University in den USA mit einem Kurs über die Offenlegung der Präferenzen von Marktteilnehmenden (“Revealed Preferences”). Dieser beinhaltete sowohl die theoretische Fundierung also auch die konkrete Anwendung von Fragen aus den Bereichen Immobilien, Arbeitsmärkte, Gesundheit sowie Umwelt. Außerdem gab Prof. Nicolas Schutz, Ph.D., von der Universität Mannheim einen Kurs zu Angewandter Theorie in der Industrieökonomie. Prof. Dr. Michael Lechner von der Universität St. Gallen in der Schweiz hielt zudem einen Kurs zu kausalem maschinellen Lernen („Causal Machine Learning“), einem hochaktuellen Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. Hier diskutierte er mit den Promovierenden den Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung. Den Abschluss machte Prof. David A. Jaeger, Ph.D., von der St. Andrews University in Schottland mit zwei Kursen zu Kausalität in der empirischen Wirtschaftsforschung („Identification Strategies“) und Migration („The Economics of Migration“). Im ersten Kurs gab er den Promovierenden einen Einblick in die robuste Identifikation kausaler Beziehungen in nicht-experimentellen Daten, was insbesondere für empirisch arbeitende Forscherinnen und Forscher von höchster Relevanz ist. Der letzte Kurs war aufgrund der politischen Relevanz der Migrationsforschung für die Promovierenden von besonderem Interesse.

Im Anschluss an die Kurse hatten die Studierenden in virtuellen Zusammenkünften Gelegenheit für individuellen und informellen Austausch. Das Feedback von Lehrenden und Teilnehmer/innen zu den Sommerkursen im Allgemeinen und dem Online-Format im Speziellen war durchweg positiv. Dennoch sollen die ZEW-Sommerkurse im Sommer 2021 wieder in Präsenz stattfinden.