Vom 26.-28. Mai 2014 fand die dritte internationale BIBB/IAB/ZEW-Konferenz zum Thema "Changing Tasks - Consequences for Inequality" (TASKS III) am IAB in Nürnberg statt. Die Konferenz wurde kofinanziert durch zwei Projekte des internationalen Forschungsprogramms "Strengthening Efficiency and Competitiveness in the European Knowledge Economies" (SEEK) am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Prof. Thomas Lemieux während seiner Keynote
Prof. Thomas Lemieux während seiner Keynote

Thema der Konferenz war die Rolle von Tätigkeiten für den Arbeitsmarkterfolg und die Arbeitsmarktsituation. Ein besonderer Fokus lag auf dem Wandel der Tätigkeitsstrukturen, insbesondere durch technologischen Wandel und Offshoring, und dessen Implikationen für die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Vier internationale Topforscher des Feldes waren Hauptredner auf der Konferenz.

Vorträge renommierter Wissenschaftler

In der ersten Hauptrede zu Beginn der Konferenz sprach Thomas Lemieux (University of British Columbia, CA) über die Bedeutung der Studienfachwahl und der Zuweisung von Tätigkeiten im Beruf für die Lohnungleichheit. Seine Analyse konzentrierte sich darauf, die Beiträge von Bildung, Berufen und Job-Matching zur Lohnungleichheit zu unterscheiden. Die langfristige Entwicklung von Tätigkeitsfeldern, Berufen und Bildung in verschiedenen OECD-Ländern diskutierte Michael Handel (Northeastern University Boston, US) in der zweiten Hauptrede. Er betonte, dass der technologische Wandel nur zu langsamen Veränderungen der Arbeitsmarktstrukturen führe und dass andere Faktoren, wie etwa ein Wandel der Güter- und Dienstleistungsnachfrage, von großer Relevanz für aktuelle Veränderungen der Arbeitsmarktstrukturen seien.

David Autor (MIT Economics, Cambridge MA, US) befasste sich am zweiten Konferenztag mit den Auswirkungen des internationalen Handels auf Arbeitnehmer. Er ging darauf ein, wie Arbeitnehmer mit den Anpassungsdruck durch internationalen Handel umgehen. Die Arbeitnehmer unterschied er hierbei danach, wie sehr sie der Konkurrenz durch internationalen Handel ausgesetzt sind und wie sich dies auf ihre Einkommensentwicklung, ihr Risiko der Arbeitslosigkeit, Mobilität und Abhängigkeit von Sozialleistungen auswirkt. Zum Abschluss der Konferenz fasste Uta Schönberg (University College London, UK) zunächst die internationale Evidenz der Bedeutung des technologischen Wandels für die Polarisierung der Arbeitsmärkte zusammen. Anschließend präsentierte sie neue Erkenntnisse über den organisatorischen Wandel auf Firmenebene und dessen Effekte auf Karriereverläufe von Arbeitnehmern.

Nachfolgekonferenz im Mai 2016

Neben den Hauptrednern präsentierten und diskutierten 26 internationale Wissenschaftler aus Europa und den USA ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Die Teilnahme von ca. 40 externen Zuhörern, darunter Wissenschaftlern und Vertreter aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie der Bundesagentur für Arbeit (BA), belegt die Aktualität des Themas und die hohe Qualität des Programms. Aufgrund des großen Erfolgs der Konferenzreihe wird im Mai 2016 eine vierte internationale BIBB/IAB/ZEW-Konferenz am ZEW in Mannheim ausgerichtet. Entsprechende Ankündigungen werden rechtzeitig auf den Webseiten der beteiligten Forschungsinstitute zu finden sein.

Beteiligte SEEK-Projekte

Die Konferenz wurde co-finanziert im Rahmen der beiden SEEK-Projekte "Kann tätigkeitsverzerrter technologischer Fortschritt Veränderungen regionaler Arbeitsmarktdisparitäten erklären?" und "Anpassungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt nach einer fundamentalen technologischen Innovation" der ZEW-Forscher Terry Gregory, Dr. Jens Mohrenweiser und Dr. Ulrich Zierahn. Beide Projekte verwenden einen tätigkeitsbasierten Ansatz um die Bedeutung des technologischen Wandels für Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu untersuchen.