Wie hängen Hauspreise von den Preisen anderer Immobilien ab? Wie kommt es zu Unterschieden zwischen dem Listenpreis eines Hauses und der tatsächlichen Verkaufssumme? Und welche Macht haben Projektentwickler in bestimmten Immobilienmärkten? Diesen Fragen diskutierten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Netzwerks „Immobilien- und Kapitalmärkte“ (ReCapNet) am 8. und 9. November 2018 am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

Bei der ReCapNet-Konferenz wurden Fragen d er Preisbildung, Transparenz und Liquidität diskutiert
ReCapNet-Konferenz mit 33 Gästen aus der ganzen Welt

Die interdisziplinäre Konferenz „Immobilien- und Kapitalmärkte“ (ReCapNet) feierte dieses Jahr mit 33 Gästen aus der ganzen Welt ihr zehnjähriges Bestehen. In elf Vorträgen wurde bei der diesjährigen Jubiläumsausgabe der Fokus auf Preisbildung, Liquidität und Transparenz im Immobilienmarkt gelegt.

Die Nachfrageseite treibt den Markt für Immobilien

Die Hauptrede hielt David Geltner, Professor für Immobilienfinanzierung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Center for Real Estate in Cambridge, USA. In seiner Keynote widmete er sich der Frage, wie die Liquidität auf dem Immobilienmarkt durch die unterschiedlichen Preisvorstellungen von Anbietern (Verkäufer/innen) und Nachfragern (Käufer/innen) erklärt werden können. David Geltner und seine Koautoren kommen zu dem Schluss, dass vor allem die kaufende Seite dafür verantwortlich ist, in welche Richtung sich der Immobilienmarkt entwickelt. Das ist von Reservationspreisen abhängig, also den eigentlich unbeobachtbaren Tiefst- bzw. Höchstpreisen, zu denen Verkaufende bzw. Kaufende gerade noch bereit sind, miteinander zu verhandeln. Das Team hat eine neue Methode entwickelt, um diese Reservationspreise zu messen und mithilfe zweier Indizes abzubilden. Die resultierenden Indizes für sieben große US-Märkte werden regelmäßig aktualisiert und auf der Webseite der MIT Price Dynamics Platform der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Elfte ReCapNet-Konferenz im Herbst 2019 geplant

Die Konferenz des Leibniz-Netzwerks „Immobilienmärkte und Kapitalmärkte“ (Real Estate Markets and Capital Markets – ReCapNet) leistete auch im Jubiläumsjahr wieder einen wertvollen Beitrag zum wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung in der Immobilien- und Finanzmarktforschung. Die internationalen Gäste konnten sich intensiv mit Wissenschaftler/-innen der ZEW-Forschungsbereiche austauschen und aktiv vernetzen. Nach zehn erfolgreichen Jahren wird die nächste ReCapNet-Konferenz im Herbst 2019 zum elften Mal am ZEW stattfinden.

Datum

14.12.2018

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