Vom 15. bis 17. Juni 2010 veranstaltete das ZEW zum zwölften Mal seinen "Summer Workshop for Young Economists". Dieses Jahr richtete der ZEW-Forschungsbereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement die Veranstaltung aus. Im Mittelpunkt des Workshops stand das Thema "Erwartungen und Erwartungsbildung an Finanzmärkten". Das ZEW konnte die Stiftung Geld und Währung für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung gewinnen.

Der Workshop bot 14 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Forschungsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren. Einige Teilnehmer nahmen lange Reisewege in Kauf: Ein Wissenschaftler reiste aus Chile an, drei weitere aus den Vereinigten Staaten. Feedback und Anregungen zu ihren Arbeiten erhielten die Nachwuchsforscher von drei international renommierten Wissenschaftlern, die als Dozenten am Summer Workshop teilnahmen: Christian Gollier von der Universität Toulouse, Peter Norman Sørensen von der Universität Kopenhagen, und Kajal Lahiri von der Universität Albany, SUNY.

Die drei Dozenten boten in je zwei 90 minütigen Vorträgen Einblick in ihre Forschungsarbeit. Peter Norman Sørensen befasst sich unter anderem damit, wie Experten ihre subjektiv besten Prognosen verzerren, um als gute Prognostiker dazustehen. Christian Gollier beschäftigt sich mit "optimalen Erwartungen". Darunter versteht Gollier, dass ökonomische Subjekte ihre Vorfreude steigern, in dem sie sich dazu entschließen, die wünschenswerten zufallsbehafteten Ergebnisse ihrer Handlungen für wahrscheinlicher zu halten als die weniger wünschenswerten. Kajal Lahiri forscht zum ökonometrischen Umgang mit Erwartungsdaten. Ihm geht es dabei unter anderem darum, ein besseres Verständnis für die Heterogenität individueller Erwartungen zu erreichen.

Die Beiträge der Nachwuchswissenschaftler beleuchteten den Themenkomplex "Erwartungen und Erwartungsbildung an Finanzmärkten" aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie thematisierten unter anderem den Einfluss verschiedener Formen der Erwartungsbildung auf die ökonomische Wirksamkeit von Geldpolitik, die Erwartungsbildung in experimentellen Finanzmärkten sowie die Vorhersage von ökonomischen Größen unter Zuhilfenahme von Erwartungsdaten.

Xuguang Sheng erhält den Heinz-König-Young-Scholar-Award 2010

Im Rahmen des ZEW Summer Workshops wurde zum siebten Mal der Heinz-König-Young-Scholar-Award verliehen. Den in diesem Jahr von der Deutschen Telekom gestiftete Forschungspreis erhielt Xuguang Sheng aus den Vereinigten Staaten. Sheng beschäftigt sich in seiner prämierten Forschungsarbeit mit dem Zusammenhang von ökonomischer Unsicherheit und der Streuung von Expertenprognosen. Sheng ist Dozent an der American University in Washington D.C. Im Mittelpunkt seines Papers stehen die Fragen, warum Wirtschaftsexperten so häufig verschiedener Meinung sind und in welchem Zusammenhang ihre Uneinigkeit mit den Risiken für die künftige wirtschaftliche Entwicklung steht. Insbesondere mit seiner Antwort auf die letzte Frage leisten Sheng und seine Koautoren Kajal Lahiri und Huaming Peng einen erheblichen Beitrag zu einer langwährenden wissenschaftlichen Debatte.

Mit dem nach dem 2002 verstorbenen Gründungsdirektor des ZEW, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz König, benannten Heinz König Young Scholar Award werden hervorragende empirische Arbeiten junger Wirtschaftswissenschaftler gewürdigt. Der Award ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert und beinhaltet das Angebot eines mehrmonatigen Forschungsaufenthalts am ZEW.

Datum

12.08.2010

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