In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein Literaturstrang herausgebildet, der sich mit der Messung der technischen Effizienz des öffientlichen Sektors beschäftigt. Hierbei wurde sowohl die Effizienz von Teilbereichen des öffientlichen Sektors, wie beispielsweise Schulen oder Krankenhäuser, als auch die Gesamteffizienz von (lokalen) Gebietskörperschaften, wie beispielsweise Kommunen, untersucht. Einen eher geringeren Stellenwert in diesem Literaturstrang hat bisher jedoch das Verständnis für die Bestimmungsfaktoren dieser technischen Effizienz erfahren. Informationen über die Hauptquellen von potenziellen Ineffizienzen im öffentlichen Sektor können aber sehr nützlich sein, da sie hilfreiche Anhaltspunkte für Politiker oder Amtsinhaber liefern, wie potenzielle Ineffizienzen eingedämmt werden könnten. Aus diesem Grund stellt dieser Beitrag den Versuch dar, diese Lücke zu schließen. Um potenzielle Messfehler bei der Bestimmung von Input- und Outputindikatoren zu minimieren, werden dabei nicht die Gebietskörperschaften als Ganzes herangezogen, sondern nur ein ausgewählter wichtiger Teilbereich des öffentlichen Sektors, nämlich die Bereitstellung und Instandhaltung von Straßen. Im Gegensatz zu zahlreichen Vorgängerstudien, welche die Determinanten der technischen Effizienz des öffentlichen Sektors in einer Querschnittsanalyse untersucht haben, basiert die empirische Analyse der vorliegenden Studie auf einem umfangreichen Panel von deutschen (baden-württembergischen) Stadt- und Landkreisen. Diese eignen sich hierfür besonders gut, da eine der Hauptaufgaben der Stadt- und Landkreise die Bereitstellung und Instandhaltung von Kreisstraßen darstellt. Um nun die Hauptbestimmungsfaktoren der Effizienz im kommunalen Straßenbau zu analysieren, werden in einem ersten Schritt - mithilfe von nicht-parametrischen (Data Envelopment Analysis) und parametrischen (stochastic frontier analysis) Schätzverfahren - zunächst Effizienzindikatoren berechnet. Nach der Ermittlung der Effizienzindikatoren wird anschließend in einem weiteren Schritt untersucht, welche Faktoren (z.B. sozioökonomische, fiskalische oder politische Variablen) die Effizienz beeinflussen. Hierfür werden vier unterschiedliche Schätzverfahren (Regressionsanalysen) herangezogen. Die Anwendung unterschiedlicher Regressionstechniken ermöglicht es, die hergeleiteten Ergebnisse zu vergleichen und einem Robustheitstest zu unterziehen. Die Ergebnisse der empirischen Analyse zeigen, dass { bei gleichzeitiger Kontrolle für die unterschiedlichen Charakteristika der Stadt- und Landkreise { die Effizienz mit dem verfügbaren Einkommen der Bürger eines Kreises, der Kreisumlage bzw. den Gewerbesteuereinnahmen sowie den Finanzzuweisungen für die Kreisstraßen sinkt. Was den Einfluss von politischen Variablen auf die Effizienz angeht, kann die Hypothese nicht bestätigt werden, dass die Effizienz mit zunehmendem politischem Wettbewerb (im Kreistag) steigt. Auf der anderen Seite deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Kreise mit einem höheren Sitzanteil von linken Parteien im Kreistag ein geringeres Effizienzniveau aufweisen. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass die Ergebnisse der vier unterschiedlichen Regressionsverfahren im Hinblick auf die Vorzeichen der Koeffizienten sowie auf die (statistische) Signifikanz nicht immer korrespondieren. Die Fokussierung auf nur ein Schätzverfahren, wie es in der vergangenen Literatur häufig der Fall war, kann daher zu fehlerhaften Interpretationen führen; bei Effizienzanalysen sollten zur Überprüfung der Robustheit der Ergebnisse immer Verfahren verglichen werden, die auf unterschiedlichen Schätzansätzen basieren.

Schlagworte

Technical Efficiency; Road Maintenance; Stochastic Frontier Analysis; Data Envelopment Analysis; German counties