In der vorliegenden Arbeit untersuchen wir die Eignung der ifo-Geschäfts-erwartungen und der ZEW-Konjunkturerwartungen als Frühindikatoren für die deutsche Industrieproduktion. Anhand von Granger-Kausalitätstests wird gezeigt, dass die auf Umfragen unter Finanzanalysten basierenden ZEW-Konjunkturerwartungen einen signifikanten einmonatigen Vorlauf vor den ifo-Geschäftserwartungen haben. Wir führen dies auf unterschiedliche Erwartungsbildungen der beiden Gruppen zurück. Die ZEW-Konjunkturerwartungen erlauben Prognosen der Industrieproduktion für 3 bis 12 Monate im voraus, die signifikant besser als eine naive Vergleichsprognose und eine Prognose mit den ifo-Erwartungen sind. Die Vorhersagen mit Hilfe der ifo-Geschäftserwartungen sind hingegen auf sehr kurze Sicht besser. Mit Hilfe von Encompassing-Tests wird gezeigt, dass für einen Horizont von drei bis sechs Monaten eine Kombination beider Indikatoren bessere Prognoseergebnisse liefert als die Verwendung der jeweiligen Indikatoren alleine. Eine Analyse der Richtungsprognosen zeigt, dass diese mit den beiden Erwartungsindikatoren erheblich besser möglich sind, als mit der naiven Prognose oder einer Zufallsprognose.

Schlagworte

Konjunkturerwartungen, Prognosemodelle, Prognosevergleich, Frühindikatoren