Dieses Papier untersucht, inwieweit Multifaktormodelle nach Fama/French (1993) am deutschen Aktienmarkt die zeitliche Streuung von Renditen abbilden und Portfolio-Renditen im Querschnitt erklären können. Analog zu vergleichbar angelegten Studien am US-amerikanischen, kanadischen und britischen Aktienmarkt ergibt sich aus den linearen Zeitreihen- Regressionen, dass ein Dreifaktorenmodell, das neben der Überschussrendite des Aktienmarktes zwei weitere Risikofaktoren des Aktienmarktes enthält (die sich aus dem Marktwert sowie dem Quotienten aus Buch- und Marktwert ableiten), eine wesentlich höhere Erklärungskraft für die Überschussrendite von Aktienportfolios besitzt als das traditionelle Capital Asset Pricing Model. Dagegen weisen zwei Risikofaktoren des Anleihenmarktes (die sich aus der Zinsstruktur und dem Ausfallrisiko ableiten) in einem Fünffaktorenmodell keinen zusätzlichen Erklärungsgehalt auf. Gegenüber den USA und Kanada kann das Dreifaktorenmodell allerdings für die Bundesrepublik Deutschland die zeitliche Streuung von Aktienrenditen nur schlechter abbilden. Dagegen werden Portfolio-Renditen im Querschnitt am deutschen Aktienmarkt wesentlich besser erklärt als am US-amerikanischen Aktienmarkt.

Ziegler, Andreas, Elke Eberts, Michael Schröder, Anja Schulz und Richard Stehle (2003), Multifaktormodelle zur Erklärung deutscher Aktienrenditen: Eine empirische Analyse, ZEW Discussion Paper No. 03-45, Mannheim. Download

Autoren

Ziegler, Andreas
Eberts, Elke
Schröder, Michael
Schulz, Anja
Stehle, Richard

Schlagworte

Multifaktormodelle, CAPM, Aktienrenditen