Die Anordnung von Suchergebnissen auf Internetplattformen beeinflusst maßgeblich, welche Güter gekauft und welche Dienstleistungen gebucht werden. Allerdings ist nicht jede Positionierung und Empfehlung bei großen Internetplattformen im Interesse der Nutzer/innen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Sichtbarkeit eines Zimmerangebots auf einem Buchungsportal niedriger ist, wenn das Hotel auf einem konkurrierenden Buchungsportal oder der eigenen Website das Zimmer günstiger anbietet. Wenn Buchungsportale die Reihung ihrer empfohlenen Suchergebnisse von Preisen auf anderen Kanälen abhängig machen, dann mag das zwar ihre Gewinne maximieren, steht aber nicht unbedingt in Einklang mit dem Interesse von Kunden, die davon ausgehen,dass die „Empfehlungen“ die für sie besten Angebote sind. Diese Praxis birgt zudem Risiken: Ein Portal, das die Anordnung seiner Suchergebnisse davon abhängig macht, wie die Hotels auf anderen Portalen Preise setzen, beeinflusst die Preisgestaltung von Hotels über alle Vertriebskanäle hinweg. Wenn Hotels sich durch ein solches Verhalten gezwungen sehen, ähnliche Preise auf allen Vertriebskanälen zu setzen, wirkt das Verhalten der Portale bis zu einem gewissen Grad wie ein Ersatz für Preisparitätsklauseln. Mit diesen hatten Buchungsportale Hotels in der Vergangenheit vorgeschrieben, stets gleiche Preise auf den Vertriebskanälen zu setzen. Da dies den Wettbewerb zwischen den Buchungsportalen behindern kann, sind sie von Wettbewerbsbehörden und Gesetzgebern in verschiedenen europäischen Ländern verboten worden. Weiterhin kann ein solches Verhalten der Portale dazu führen, dass die Suchergebnisse nicht in Übereinstimmung mit dem Kundeninteresse angeordnet werden, was zu einer niedrigen Suchqualität für die Nutzer/innen führt.

Hunold, Matthias, Reinhold Kesler und Ulrich Laitenberger (2019), Mehr Transparenz bei Suchergebnissen auf Onlineplattformen nützt den Verbrauchern, ZEW policy brief Nr. 19-06, Mannheim. Download

Autoren

Hunold, Matthias
Kesler, Reinhold
Laitenberger, Ulrich