Die Einführung von genetisch modifizierten (GM)Lebensmitteln wird seit über einem Jahrzehnt sehr kontrovers diskutiert. Gegner warnen vor den Schäden, die durch den Anbau und den Konsum von GM-Lebensmitteln für die Umwelt und die Gesundheit entstehen könnten und betonen das Fehlen von Langzeitstudien zur Untersuchung solcher Risiken. Befürworter dagegen argumentieren, dass der Genehmigungsprozess für die kommerzielle Nutzung von GM-Produkten zuverlässig sei und dass die Nutzung der Gentechnik positive Wirkungen für Umwelt und Gesundheit habe und zu einer höheren landwirtschaftlichen Produktivität führe. Angesichts dieses deutlichen Widerspruchs steht die Politik vor der Aufgabe, den Markt für GM-Lebensmittel zu regulieren. Mittlerweile wurden zahlreiche Studien durchgeführt, um die Präferenzen der Konsumenten bezüglich GM-Lebensmittel zu ermitteln und eine Hilfestellung für die effiziente Regulierung des Marktes zu bieten. Diese Studien liefern jedoch sehr unterschiedliche Schätzungen für die Konsumentenpräferenzen. Aufgrund der Unterschiede im Hinblick auf Erhebungsmethode, Stichprobencharakteristika, zu bewertende Produkte und Ort der Datenerhebung ist es nicht möglich, die Ergebnisse der Studien direkt zu vergleichen und die unterschiedlichen Ergebnisse zu erklären. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, die Determinanten der Variation in den ermittelten Konsumentenpräferenzen zu bestimmen. Dafür wird eine Meta-Analyse erstellt mit 46 Primärstudien, die insgesamt 108 Beobachtungen für GM-Lebensmittelbewertungen liefern. Die Resultate zeigen, dass die Erhebungsmethoden einen weitaus größeren Einfluss auf die Ergebnisse haben als die Stichprobencharakteristika. Es deutet sich außerdem an, dass die Aversion gegen GM-Lebensmittel über die Zeit zugenommen hat. Bisherige Befunde, dass die ermittelten Präferenzen stark vom zu bewertenden Produkt abhängen und zwischen Regionen variieren, werden bestätigt.

Schlagworte

meta-analysis, consumer preferences, genetically modified food