Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt und Kommune - Wissenschaftsministerin Bauer lobt Kooperationsprojekt von PH und ZEW

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Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat die Pädagogische Hochschule Heidelberg besucht, um die Bewilligung des Forschungsprojekts "Reallabor Asyl in der Rhein-Neckar-Region" persönlich zu übermitteln. Das Kooperationsprojekt zwischen der PH Heidelberg und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, sowie zahlreichen Praxispartnern geht der Frage nach, wie Asylsuchende in den Städten Heidelberg, Sinsheim und Wiesloch möglichst schnell integriert werden können.

Dazu untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen in den Bereichen berufsfeldbezogener Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration, dezentrales Wohnen und bürgerschaftliches Engagement Integration vereinfachen oder beschleunigen. Ihr Ziel ist es, die Praxis durch die datengestützte Auswertung von Entwicklungen, die wissenschaftliche begleitete Erprobung von Maßnahmen und die Entwicklung von Material wie beispielsweise Unterrichtskonzepten zu unterstützen.

"Das hier heute vorgestellte Reallabor hat eine unglaublich hohe Aktualität: Wie asylsuchende Menschen in unsere Gesellschaft und unseren Arbeitsmarkt integriert werden können, wird eine der zentralen Fragen und Herausforderungen unserer unmittelbaren Zukunft sein", betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. "Ich bin daher froh, dass dieses Reallabor versucht, die kommunalen und regionalen Hürden zu identifizieren, die dem Gelingen einer Integration im Weg stehen können. Das Projekt zeigt, was für hoch relevante und aktuelle Projekte durch unsere Förderlinie ‚Reallabore‘ ins Leben gerufen werden konnten."

Im Anschluss an die Übergabe stellten Professor Dr. Holger Bonin (ZEW) und Professorin Dr. Anne Berkemeier (PH) das Projekt in einer kurzen Präsentation vor etwa 50 Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der beteiligten Kommunen, Schulen, Volkshochschulen, gemeinnützigen Organisationen und Bürgerinitiativen vor. Dabei wurde deutlich, dass die Fragestellungen aus den Teilprojekten im Gespräch mit den Praxispartnern entwickelt wurden und sich somit direkt aus der Praxis ableiten: Wie lässt sich in der beruflichen Bildung der Spracherwerb enger mit den beruflichen Inhalten koppeln? Wie entwickelt sich die Beschäftigungsfähigkeit von Flüchtlingen nach ihrer Ankunft und welche Unterstützungsangebote sind besonders hilfreich? Welche Faktoren sind bei einer dezentralen Unterbringung wichtig, damit diese auch wirklich zu einer Integration ins Stadtquartier führt? Und mit welchen, auch in anderen Kommunen denkbaren Ansätzen reagieren die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger auf die neuen Herausforderungen?

Bürgermeister Sauer aus Wiesloch bestätigte: "Das sind die Fragen, vor denen wir stehen. Wir freuen uns auf die Unterstützung durch die Wissenschaft, denn die Aufgaben sind gewaltig und durch eine fundierte wissenschaftliche Begleitung können Lösungen nachhaltig sinnvoll ausgerichtet werden."

Hintergrund

Das Projekt "Reallabor Asyl in der Rhein-Neckar-Region" wird im Rahmen der Ausschreibung "Reallabor Stadt" vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. In der zweiten, kommunenspezifischen Ausschreibungsrunde wurde das Projekt mit einer Gesamtfördersumme von 1,1 Millionen Euro bewilligt.

Das Projekt konzentriert sich auf die Kommunen Heidelberg, Sinsheim und Wiesloch und beginnt mit einer Laufzeit von drei Jahren am 1. Januar 2016. Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit ist ein breites Portfolio von Austauschmöglichkeiten mit der Praxis und der weiteren Fachöffentlichkeit vorgesehen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.reallabor-asyl.de.

Für Rückfragen zum Inhalt

Holger Bonin, Telefon: 0621/1235-151, E-Mail: bonin@zew.de

Dr. Monika Gonser, Telefon: 06221/477-58, E-Mail: Monika.Gonser@vw.ph-heidelberg.de