Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat heute ihr Jahresgutachten an Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger übergeben. Die Übergabe war zunächst aufgrund der aktuellen politischen Lage verschoben worden. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ ist Mitglied der EFI. Eines der Themen des diesjährigen Gutachtens ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Hier zeigt die Expertenkommission Rückstände auf und mahnt rasches Handeln an.

Fotoaufnahme der Experten beim EFI-Jahresgutachten 2022.
Von links nach rechts: Prof. Dr. Till Requate, Prof. Dr. Irene Bertschek (zugeschaltet), Prof. Dr. Katharina Hölzle (stv. Vorsitzende), Prof. Dr. Uwe Cantner (Vorsitzender), Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger, Prof. Dr. Holger Bonin, Prof. Dr. Carolin Häussler.

„Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens weit hinter anderen europäischen Ländern zurück. Gerade die aktuelle Corona-Krise hat schonungslos aufgezeigt, dass das deutsche Gesundheitssystem massive Defizite bei der Digitalisierung aufweist“, so Prof. Dr. Irene Bertschek. Gleichzeitig seien große Innovations- und Wertschöpfungspotenziale mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen verbunden. „Unsere Analyse zeigt, dass digitale Technologien die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern können. Zudem eröffnet die zunehmende Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten in Verbindung mit modernen digitalen Analyseverfahren neue und weitreichende Möglichkeiten für eine stärker personalisierte Diagnostik und Therapie.“ Die Expertenkommission empfiehlt der Bundesregierung, rasch eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen und dabei alle relevanten Akteursgruppen des Gesundheitswesens einzubeziehen. Außerdem sollte das im Koalitionsvertrag angekündigte Gesundheitsdatennutzungsgesetz vorangebracht und besser über Funktionsweise, Handhabung und Mehrwert von Telemedizin und digitalen Gesundheitsanwendungen informiert werden.

Weitere Themen des EFI-Gutachtens 2022 sind die Potenziale digitaler Plattformen, die Forschungs- und Innovationspolitik in der neuen Legislaturperiode, Schlüsseltechnologien und technologische Souveränität und der motorisierte Individualverkehr auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.

Datum

09.03.2022

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