Der ZEW-IDI, Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft, der die wissensintensiven Dienstleister sowie die IKT-Dienstleister umfasst, steigt im dritten Quartal 2009 um 5,6 Punkte auf 54,7 Punkte. Damit liegt der Indikator erstmalig in diesem Jahr über dem kritischen Wert von 50 Punkten, was auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hindeutet. Verantwortlich für diese positive Entwicklung ist die deutliche Aufhellung der Geschäftserwartungen für das vierte Quartal 2009. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen steigt im dritten Quartal 2009 auf einen Wert von 62,1 Punkten. "Dieser Wert macht deutlich, dass die Unternehmen in Bezug auf ihre Geschäftslage im vierten Quartal 2009 optimistisch sind", erklärt Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim. Grundlage des ZEW-IDI ist eine Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das ZEW in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im September 2009 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).

Bei den IKT-Dienstleistern, die Softwareunternehmen, IT-Dienste, IKT-Händler und Telekommunikationsdienstleister umfassen, hat sich die aktuelle Situation erheblich verbessert. Der Stimmungsindikator für diese Teilbranche liegt mit 58,2 Punkten sogar über dem Wert des ZEW-IDI für den gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft und signalisiert eine Aufhellung der konjunkturellen Lage gegenüber dem Vorquartal. Der Optimismus der wissensintensiven Dienstleister, zu denen unter anderem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberatungen, Architekten und Werbefirmen gehören, ist etwas schwächer ausgeprägt als bei den IKT-Dienstleistern. Der Stimmungsindikator für diese Teilbranche liegt im dritten Quartal 2009 bei 51,7 Punkten.

Die wirtschaftliche Lage der IKT-Händler hat sich im dritten Quartal 2009 merklich verbessert. Die Unternehmen berichten von einer Umsatzsteigerung und erwarten diese auch im vierten Quartal 2009. Ferner berichten die IKT-Händler von einer steigenden Nachfrage und sinkenden Preisen. Die konjunkturelle Lage der Telekommunikationsdienstleister hat sich im dritten Quartal 2009 ebenfalls verbessert. Die Mehrheit der Unternehmen meldet steigende Umsätze und erwartet diese ebenso wie Preissenkungen auch für das Folgequartal. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2009 hat sich die Situation der Unternehmensberater im dritten Quartal 2009 verbessert. Die Mehrheit der Unternehmen verbucht steigende Umsätze und erwartet auch für das kommende Quartal Umsatzsteigerungen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für die Branche Forschung und Entwicklung. Die Unternehmen dieser Branche berichten im dritten Quartal 2009 von steigenden Umsätzen und erwarten diese auch im vierten Quartal. Die Unternehmensberater verzeichnen im dritten Quartal eine steigende Nachfrage. Für das Folgequartal erwarten sei einen Anstieg von Ertrag und Nachfrage.

Die Branchen Software und IT-Dienste, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Architekten und technische Beratung und Planung bewerten ihre wirtschaftliche Lage als stabil. Während die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer von unverändertem Umsatz und einer unveränderten Nachfrage berichten, erwarten die technischen Berater und Planer eine Nachfragesteigerung im vierten Quartal 2009. Die Branche der Software und IT-Dienste erwartet für das vierte Quartal 2009 keine Veränderung der Nachfrage.

Die Werbebranche bildet eine Ausnahme. Sie bewertet die wirtschaftliche Lage weiterhin pessimistisch. Die Mehrheit der Werbefirmen berichtet von sinkenden Umsätzen, Erträgen und einem Rückgang der Nachfrage.

Der ZEW-IDI

Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal. Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI bietet die ZEW-Dokumentation Nr. 03-09.

Die Konjunkturumfrage von ZEW/Creditreform

An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 900 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

Für Rückfragen zum Inhalt

Miruna Sarbu, Telefon: 0621/1235-334, E-Mail: sarbu@zew.de

Datum

08.10.2009

Kontakt

Pressereferentin

Tel.: +49 0621 1235-133

sabine.elbert@zew.de