Der Europäische Integrationsprozess beeinflusst die Arbeitsmärkte der Mitgliedsstaaten nachhaltig. Grenzüberschreitende Arbeitsmarktregelungen werden liberalisiert und die Mobilität unter Arbeitnehmer*innen nimmt zu. Gleichzeitig sind diese Entwicklungen nicht allein zwischen den Mitgliedsstaaten zu beobachten, da auch Nachbarstaaten wie Norwegen, Island oder die Schweiz Abkommen mit der EU abgeschlossen haben, um ihre Wirtschaft stärker mit den EU-Märkten zu verknüpfen. Zahlreiche wissenschaftliche Forschungsbeiträge untersuchen wie sich diese Entwicklungen auf wirtschaftliche Faktoren oder Einstellungen gegenüber Migration auswirken. Nachholbedarf besteht in der Forschung hingegen bezüglich der Auswirkungen auf Politikentscheidungen und zur Frage, ob erwartete oder wahrgenommene Arbeitsmarkteffekte Forderungen nach Umverteilung – von Profiteuren zu womöglich benachteiligten Gruppen – hervorrufen.  


Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt Anpassungen in der Steuerpolitik Schweizer Grenzgemeinden, nachdem diese von einem starken exogenen Anstieg internationaler Arbeitnehmer*innen in ihrer Region betroffen waren. Das Projekt konzentriert sich daher auf indirekte Effekte von Arbeitsmarkt-Integration, indem lokale Politikanpassungen analysiert werden, welche die Gesamtauswirkungen der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktliberalisierung gleichermaßen beeinflussen.