Mit Innovationen erfolgreich aus der Krise

Ende April fand erstmalig das "Mannheimer Innovationssymposium" am ZEW statt. Es brachte Experten aus Unternehmen, Unternehmensberatung, Wirtschaftsförderung und Wissenschaft zusammen, um aktuelle Themen des Innovationsmanagements zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Innovationsideen gefunden und bewertet werden können.

Im ersten Plenumsvortrag stellte Dr. Georg Licht, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung, die Innovationsforschung am ZEW vor. Licht hob hervor, dass Innovationen eine wesentliche Quelle für das Wachstum von Unternehmen seien. Dies zeigt etwa das Mannheimer Innovationspanel, eine vom ZEW jährlich durchgeführte repräsentative Erhebung der Innovationsaktivitäten von Unternehmen in Deutschland. Aus den zahlreichen Untersuchungen des ZEW zu den Erfolgsfaktoren von Innovationen leitete Licht drei für Themen ab, die den inhaltlichen Rahmen für die weiteren Vorträge und Workshops bildeten: Erstens ein Innovationsmanagement, das interne Ressourcen mobilisiert und wenig aussichtsreiche Projekte rechtzeitig stoppt, zweitens die richtige Integration der Kunden in den Innovationsprozess, und drittens Kooperationen mit externen Partnern und effektiver Einsatz von Schutzrechten.

Innovation als permanente Herausforderung

Dr. Thomas Weber von BASF Future Business GmbH betonte die Bedeutung von offenen Innovationsprozessen, um grundlegend neue Innovationen außerhalb der etablierten Geschäftsfelder zu entwickeln. Gerade in großen Unternehmen sei es zielführend, solche Prozesse in einem eigenen organisatorischen Rahmen umzusetzen, sagte Weber. Der BASF Future Business komme dabei die Rolle einer Art Wagniskapitalgeber zu. So bewerte sie neue Ideen, finanziere die Umsetzung aussichtsreicher Ideen in marktfähige Produkte und bringe sie in geeigneter Form auf den Markt.

Der Vernetzung verschiedener Akteure als Voraussetzung für komplexe Innovationen widmete sich Bernhard Schweizer, Geschäftsführer der InnovationLab GmbH aus Heidelberg. InnovationLab ist die gemeinsame Forschungs- und Transferplattform von Wissenschaft und Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar und koordiniert den Spitzencluster "Forum Organic Electronics". Für die Entwicklung grundlegend neuer Technologien, die das Potenzial haben, völlig neue Märkte zu schaffen (sogenannte "disruptive Innovationen"), sei die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Branchen und Disziplinen unverzichtbar, stellte Schweizer heraus.

Allgemeingültige Rezepte gibt es nicht

In drei Workshops am Nachmittag wurde diskutiert, wie global agierende Unternehmen Innovationsimpulse aus aller Welt nutzen können, wie Mittelständler schnell und sicher zu Innovationen kommen, und wie die Zusammenarbeit in Innovationsprojekten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fruchtbare Ergebnisse bringt. Eingeleitet wurden die Workshops durch Impulsreferate von Praktikern. Die Diskussionen zeigten, dass sowohl bei mittelständischen Unternehmen wie bei international tätigen Großunternehmen eine Vielfalt an Methoden zur Identifizierung, Bewertung und Auswahl von Innovationsideen angewendet werden. Auf ein professionelles Innovationsmanagement kann heutzutage kaum ein Unternehmen mehr verzichten. Und auch die Nutzung von Kooperationen mit der Wissenschaft ist weit verbreitet. Einheitsrezepte oder allgemein gültige "best practices" gibt es allerdings nicht. Hierfür sind die Rahmenbedingungen bei Technologie und Wettbewerb in den einzelnen Branchen zu unterschiedlich.

Datum

12.05.2010

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