Bundestagswahl 2025
Was Wahlversprechen für private Haushalte und den Staat finanziell bedeuten
Welche finanziellen Folgen hätten die Programme der Parteien zur Bundestagswahl 2025 für private Haushalte und den Staatshaushalt? Ein ZEW-Forscherteam hat zentrale Vorschläge zu Steuern, Mindestlohn und Sozialleistungen durchgerechnet und zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Parteiprogrammen. ZEW-Ökonom Holger Stichnoth ordnet die Ergebnisse der Studie außerdem im Podcast ein.
(Michael Hebsacker und Holger Stichnoth (v.l.n.r))
Ein Team der Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“ hat analysiert, welche finanziellen Auswirkungen die Programme der Parteien zur Bundestagswahl 2025 auf private Haushalte und die öffentlichen Finanzen hätten. Ein Forscherteam untersuchte zentrale Reformvorschläge zu Steuern, Mindestlohn und Sozialleistungen und berechnete deren Effekte sowohl auf das verfügbare Einkommen verschiedener Haushaltstypen als auch auf den Staatshaushalt aus Sozialversicherungen sowie Bundes- und Länderhaushalten.
Die Simulationen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Parteiprogrammen. Die Programme von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linken und BSW würden vor allem Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Diese Entlastungen würden in der Regel durch höhere Abgaben für höhere Einkommen oder durch zusätzliche staatliche Einnahmen finanziert. Bei den Programmen von CDU/CSU, FDP und AfD steigen die Entlastungen hingegen mit dem Einkommen stärker an, sodass Haushalte mit höheren Einkommen überproportional profitieren würden.
Auch bei den Auswirkungen auf den Staatshaushalt unterscheiden sich die Programme deutlich. Nach den Vorschlägen von SPD, Grünen, Linken und BSW würde der Gesamtetat steigen, während die Programme von CDU/CSU, FDP und AfD zu geringeren staatlichen Einnahmen führen würden. Spiegelbildlich bedeutet dies, dass mehr Mittel beim Staat verbleiben oder stärker an private Haushalte zurückgegeben werden.
Was wurde gerechnet?
Die ZEW-Forscher untersuchten, welche finanziellen Wirkungen die Reformvorschläge verschiedener Parteien entfalten. Die Berechnung beruht auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP).
Berücksichtigt wurden die Programme der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien sowie des Bündnisses Sahra Wagenknecht. Waren die Vorschläge in den Programmen zu unkonkret für eine Berechnung, trafen die Forscher plausible Annahmen auf Basis von Beschlüssen und Äußerungen der Parteien.
Die Berechnungen wurden in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung durchgeführt. Die SZ hat bei der Recherche der Wahlprogramme unterstützt, das ZEW hat die Informationen durchgerechnet.
ZEW-Podcast
Welche finanziellen Folgen hätten die Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2025 für private Haushalte und den Staat? Im Podcast erläutert ZEW-Ökonom Holger Stichnoth, wie das Forscherteam die Wahlprogramme durchgerechnet hat, welche Unterschiede sich zwischen den Parteien zeigen und wie die Ergebnisse der Studie einzuordnen sind.
ZEW-Förderkreispreis 2025
Der „Preis für das beste wirtschaftspolitische Beratungsprojekt“ ging an Holger Stichnoth und Michael Hebsaker aus dem ZEW-Forschungsbereich „Ungleichheit und Verteilungspolitik“. Ausgezeichnet wurden sie für ihre Berechnungen zu den finanziellen Auswirkungen der Wahlprogramme der Parteien vor der Bundestagswahl 2025.
Mehr Informationen
Ungleichheit und Verteilungspolitik
Die Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“ analysiert sozialpolitische Maßnahmen hinsichtlich ihrer Verteilungswirkungen.
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Michael Hebsaker
Technischer Mitarbeiter E-Mail michael.hebsaker@zew.de Telefon +49 (0)621 1235-382