Corona-Hilfen

Evaluation der Corona-Hilfen: Schnelle und wirksame Unterstützung für die Wirtschaft

Wie wirksam waren die Corona-Wirtschaftshilfen in Deutschland? Ein Team aus dem ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ evaluiert gemeinsam mit Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die verschiedenen Hilfsprogramme. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Maßnahmen wesentlich zur Stabilisierung von Unternehmen und Wirtschaft beigetragen haben, während weitere Analysen aktuell die Wirkungen einzelner Programme im Detail untersuchen.

(Dr. Sandra Gottschalk und Prof. Dr. Bettina Peters (v. l. n. r.))


Die Corona-Pandemie stellte Deutschland und viele andere Länder vor eine akute wirtschaftliche Ausnahmesituation. Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und verändertes Konsumverhalten führten zu erheblichen Umsatzeinbußen – insbesondere bei Kleinstunternehmen, dem Mittelstand und Soloselbstständigen mit geringen Liquiditätsreserven. Um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, legte die Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket auf, darunter Soforthilfen, Überbrückungshilfen sowie weitere Unterstützungsprogramme.

Der ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ evaluiert gemeinsam mit Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Wirkung dieser Corona-Wirtschaftshilfen. Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert: Während im ersten Teil bereits vorliegende Analysen die Wirkungen der Soforthilfen auf Unternehmensebene sowie die gesamtwirtschaftlichen Effekte der Hilfsprogramme untersuchen, analysiert ein aktuell laufender zweiter Teil auf Basis detaillierter Mikrodaten die kausalen Effekte weiterer Programme wie Überbrückungs-, Neustart- sowie November- und Dezemberhilfen.

Stabilisierung von Unternehmen und Wirtschaft
Die Ergebnisse des ersten Projektteils zeigen, dass die Corona-Wirtschaftshilfen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung geleistet haben. Sie halfen insbesondere kleinen und sehr kleinen Unternehmen, Liquiditätsengpässe zu überbrücken und ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern. Besonders stark profitierten konsumorientierte Dienstleistungsbranchen sowie der Handel. In Kombination mit weiteren Maßnahmen trugen die Programme dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern und die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie zu unterstützen.

Verhinderte Unternehmensschließungen
Simulationsanalysen verdeutlichen die Wirkung der Maßnahmen: Ohne staatliche Unterstützung hätten deutlich mehr Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit einstellen müssen. Insgesamt konnten in den Jahren 2020 und 2021 rund 136.000 Unternehmensschließungen verhindert werden. Damit wurde ein zentrales Ziel der Programme erreicht: der Erhalt wirtschaftlich tragfähiger Unternehmen in einer Krisensituation.

Effiziente Umsetzung unter Zeitdruck
Trotz des hohen Zeitdrucks wurden die Maßnahmen insgesamt effizient umgesetzt. Fortschritte bei der Digitalisierung und eine verbesserte Abstimmung zwischen Bund und Ländern trugen dazu bei, die Verfahren im Zeitverlauf zu optimieren. Die Programme konnten unterschiedliche Zielgruppen erreichen und zielgerichtet unterstützen.

Lehren für zukünftige Krisen
Die Evaluation zeigt zugleich Ansatzpunkte für Verbesserungen. Für zukünftige Krisen empfehlen die Forschenden unter anderem den Aufbau einheitlicher digitaler Plattformen, eine systematischere Datenerhebung sowie die frühzeitige Einbindung relevanter Akteure. Ziel ist es, staatliche Unterstützungsmaßnahmen künftig noch transparenter, schneller und wirksamer zu gestalten.


Mannheimer Unternehmenspanel (MUP)

Das Mannheimer Unternehmenspanel ist eine der größten Unternehmensdatenbanken in Deutschland und wird seit 1992 am ZEW aufgebaut und gepflegt. Sie enthält Informationen zu mehr als 9 Millionen wirtschaftsaktiven und ehemaligen Unternehmen und ermöglicht es, deren Entwicklung über die Zeit zu verfolgen. Die Daten stammen von Creditreform und werden am ZEW aufbereitet, sodass sie für wissenschaftliche Analysen zu Gründungen, Wachstum, Innovation und Unternehmensdynamik genutzt werden können.

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Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik

Der Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ untersucht Entscheidungen von Unternehmen unter dynamischen Marktbedingungen.

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Kontakt

Bettina Peters

Prof. Dr. Bettina Peters

Stellvertretende Leitung E-Mail bettina.peters@zew.de Telefon +49 (0)621 1235-174
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