Im deutschen Maschinenbau lag die Arbeitsproduktivität im Jahr 2016 unter dem Wert von 2005. Nach einem starken Anstieg bis 2008 sank sie im Krisenjahr 2009 stark und erreicht bis 2011 nicht wieder ihr Vorkrisenniveau. Seither ist das Wachstum der Arbeitsproduktivität rückläufig. Dies ist angesichts der gleichzeitig hohen technologischen Dynamik erstaunlich. Neue Digitalisierungsanwendungen bergen hohe Innovationspotenziale für den deutschen Maschinenbau, die sich auch in einer höheren Produktivität niederschlagen sollten. Viele dieser Potenziale werden schon heute von im Maschinenbau tätigen Unternehmen genutzt und sind ein wesentlicher Treiber der Umgestaltung von Produktionsprozessen im Rahmen des "Industrie 4.0" Paradigmas. Die Schere zwischen großen Innovationspotenzialen und eher schwacher Produktivitätsentwicklung stellt ein Paradoxon dar, das in dieser Studie empirisch analysiert werden soll.

Eine Analyse auf Unternehmensebene steht im Zentrum der Studie. Sie ermöglicht es festzustellen, ob das Phänomen einer rückläufigen Produktivität sich auch auf Unternehmensebene zeigt oder ob es von strukturelle Verschiebungen innerhalb des Maschinenbaus getrieben wird. Dementsprechend lässt sich zum Beispiel untersuchen, ob die Gesamtheit von Maschinenbauunternehmen von einer rückläufigen Produktivitätsentwicklung betroffen ist oder das Phänomen sich auf wenige (große) Unternehmen oder bestimmte Sparten innerhalb des Maschinenbaus begrenzt.

Hierzu findet in einem ersten Schritt eine Analyse der Produktivitätsentwicklung des Maschinenbaus differenziert nach Sparten, im sektoralen Vergleich zu anderen Industriesektoren in Deutschland sowie im Vergleich zum Maschinenbau in anderen Ländern statt. Anschließend wird der Einfluss spezifischer Faktoren auf das Produktivitätswachstum des deutschen Maschinenbaus gemessen und diskutiert. Im Fokus dieser Untersuchung stehen die Effekte von Investitionstätigkeiten, der Digitalisierung, des erwarteten Fachkräftemangels, der Differenzierung und Individualisierung der Produktpaletten, der Verlängerung der Wertschöpfungskette, der Veränderung der internationalen Arbeitsteilung innerhalb der Unternehmen, dem Auseinanderfallen der Preisentwicklung von Produktionsfaktoren und Maschinenbauerzeugnissen sowie von statistischen Messfehlern.