Nach nunmehr vier Jahren europäischer Schuldenkrise besteht Einigkeit, dass fiskalische Governance in Europa einer Generalüberholung bedarf. Jedweder Reform muss jedoch ein substanzielles Verständnis der (fiskalpolitischen) Ursachen der aktuellen Krise und des Einflusses verschiedener fiskalpolitischer Institutionen zugrunde liegen. Dieses Projekt befasst sich mit einer Reihe von Kernfragen in diesem Bereich. Das erste Modul untersucht die Auswirkungen unerwarteter Mehreinnahmen (als Folge gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen) sowie den Moral-Hazard-Effekten von Transferleistungen auf Fiskalpolitik. Das zweite Modul analysiert die Wachstumseffekte von Haushaltskonsolidierungen und das dritte Modul befasst sich mit deren politischen Auswirkungen; dies ist wichtig, um die politischen Hindernisse von Konsolidierungen in demokratischen Gesellschaften zu verstehen. Im vierten Modul wird schließlich die Effektivität von Fiskalregeln untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, unter welchen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen diskretionäre Haushaltspolitik wirksam durch Fiskalregeln eingeschränkt wird. Alle Module vergrößern das Verständnis dafür, wie fiskalische Governance in der EU verbessert werden kann. Ein weiteres verbindendes Element aller Module ist die Anwendung überzeugender ökonometrischer Identifizierungsstrategien.