Das Projekt untersucht die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen. Dabei greift es auf die Unternehmensdaten des Verbands der Vereine Creditreform zurück, die den deutschen Unternehmensbestand nahezu vollständig abbilden. Das Projekt gliedert sich in zwei Module. Modul 1 beschäftigt sich mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienunternehmen in Deutschland insgesamt. Modul 2 untersucht die Bedeutung der 500 größten Familienunternehmen und stellt ihre Performance den Nicht-Familienunternehmen im DAX gegenüber.
In Modul 1 wird eine differenzierte Definition von Familienunternehmen vorgenommen. Von einem „familienkontrollierten Unternehmen“ wird gesprochen, wenn maximal drei natürliche Personen mindestens 50% der Unternehmensanteile halten. Nach dieser Definition sind 93% aller Unternehmen mit Sitz in Deutschland Familienunternehmen. In den meisten dieser Unternehmen sind die Eigentümer des Unternehmens auch an der Unternehmensleitung beteiligt: 91% aller Unternehmen erfüllen die strengere Definition von „eigentümergeführten Familienunternehmen“, die zusätzlich zur Anteilsmehrheit die Ausübung von Leitungsfunktionen durch die Familienmitglieder fordert. Familienkontrollierte Unternehmen stellen einen Anteil von 54% an der Gesamtbeschäftigung (eigentümergeführte 50%) und einen Anteil von 49% (eigentümergeführte 40%) am Gesamtumsatz in Deutschland.
Der Vergleich der 500 größten Familienunternehmen mit den DAX-Unternehmen (ohne die Familienunternehmen Beiersdorf, Henkel, Metro und Merck)  in Modul 2 zeigt, dass die Familienunternehmen im Beobachtungszeitraum zwischen 2006 und 2008 eine deutlich bessere Beschäftigungsentwicklung aufweisen. Die Inlandsbeschäftigung der Top 500 Familienunternehmen stieg um 4% auf 2,2 Millionen, während die DAX-Unternehmen einen Rückgang um 0,5% auf 1,4 Millionen Inlandsbeschäftigte verzeichneten. Die Entwicklung der konzernweiten Umsätze der 500 umsatzstärksten Familienunternehmen liegt 2006 und 2007 leicht unter derjenigen der DAX-Unternehmen. Der Umsatzeinbruch im ersten ‚Krisenjahr‘ 2008 fällt jedoch bei den Familienunternehmen deutlich geringer aus als bei den DAX-Unternehmen.