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Bildungsforschung am ZEW

Ziele und Aufgaben

Bildung dient der Entwicklung der kognitiven und nichtkognitiven Fähigkeiten und ist ein Schlüsselfaktor zur Verbesserung der individuellen, betrieblichen und gesamtwirtschaftlichen Produktivität. Ein wichtiges Ziel der öffentlichen Bildungspolitik ist es, die Ungleichheit des Zugangs zu Bildungsressourcen zu verringern. Um die erheblichen, familiär bedingten, Unterschiede in der Verfügbarkeit von Bildungsressourcen zu kompensieren, ist die Politik gefordert. Kinder, denen von der Geburt an ein kompetenter Anderer fehlt, erleben frühe und vielfach lang andauernde Benachteiligungen, die neben dem individuellen Leid hohe gesellschaftliche Folgekosten mit sich bringen.

Ökonomen untersuchen Investitionen in die Bildung von Kompetenzen von der Wiege bis zur Bahre, sowie deren Erträge im Lebenszyklus, unabhängig davon, wo diese Bildungsinvestitionen getätigt werden. Eine besondere Bedeutung messen wir der Erforschung der frühen Kindheit für die Kapazitätsbildung bei. Wir untersuchen darauf aufbauend die unterschiedlichen formalen und nichtformalen Lernumgebungen (Kontexte), vor allem in den Familien, Schulen, unter Freunden und in den Betrieben. Private und staatliche Bildungsinvestitionen zielen auf der individuellen Ebene auf Personen ab, die jeweils bereits eine spezifische Bildungshistorie haben. Wir analysieren die Rolle von Bildungsinvestitionen über den gesamten Lebenszyklus, um dem kumulativen und synergetischen Charakter der Entwicklung von Fähigkeiten gerecht zu werden. Aufgrund von Ressourcenbeschränkungen können in der Bildungspolitik bei einer Lebenszyklusbetrachtung Verbundkostenvorteile realisiert werden.

Ziel der ökonomischen Bildungsforschung am ZEW ist es, die Individuen und die Entscheidungsträger der Bildungspolitik in ihrem Bemühen zur optimalen Förderung von Fähigkeiten mit wissenschaftlich fundierter Expertise zu unterstützen. Da Bildung und Forschung wesentliche Triebkräfte der wissenschaftsbasierten Produktionsweise sind, möchten wir die vielfältigen Rückkopplungen und Interaktionen zwischen individueller Entwicklung, Familie, Schule und Wirtschaft qualitativ und quantitativ verdeutlichen.

Um praktische Optionen für die Bildungspolitik zu erarbeiten, erforschen wir ein breites Spektrum an Themenfeldern, unter anderem:

  • die Bedeutsamkeit organischer und psychosozialer Anfangsbedingungen für die Entwicklung von Fähigkeiten
  • die Wirkungen der Institutionen des Bildungssystems, z.B. des Einschulungsalters
  • die Bedeutung von (Hoch-)Schulen für die Einmündung in Beschäftigung
  • den Zusammenhang zwischen Bildungsinvestitionen, Beschäftigung, Bildungsrenditen, Lohnverteilung, Mobilität und Wirtschaftswachstum

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