Der Mangel an IKT-Fachkräften steht im Zentrum des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses. Eine Ursache des Fachkräftemangels ist, dass die Dynamik auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie in den letzten Jahren in ihrem Ausmaß - abgesehen von einigen Visionären - Führungskräfte in Wirtschaft und Politik überrascht hat. Zur Linderung des Fachkräftemangels setzen Staat und Unternehmen auf verstärkte Aus- und Weiterbildung von IKT-Fachkräften. Zudem haben eine Reihe von Staaten ihren Arbeitsmarkt für IKT-Fachkräfte geöffnet.Insgesamt wird befürchtet, dass der IKT-Fachkräftemangel zu einer Reihe von negativen Auswirkungen auf Investitionen, Innovationen, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung führt. Da die Beschäftigung von IKT-Fachkräften auch Arbeitsplätze in anderen Unternehmensbereichen schafft, könnte die Beschäftigungsentwicklung insgesamt beeinträchtigt werden. Zudem könnte der IKT-Fachkräftemangel eine Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland zur Folge haben. Denkbar ist auch, dass infolge des IKT-Fachkräftemangels Konzentrationstendenzen in der IKT-Branche stattfinden, wodurch das begrenzte Angebot an IKT-Fachkräften gesammelt würde, allerdings mit möglicherweise negativen Folgen für Effizienz und Wettbewerb. Außerdem wird befürchtet, dass IKT-Spezialisten, die im Ausbildungssystem arbeiten, von der Privatwirtschaft abgeworben werden und dadurch nicht mehr genügend qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stehen, die den Nachwuchs ausbilden. Schließlich führt ein enger Arbeitsmarkt für IKT-Fachkräfte zu einem verschärften Wettbewerb der Arbeitgeber um IKT-Fachkräfte und damit zu steigenden Rekrutierungskosten.Für Deutschland wurde erstmals eine repräsentative Unternehmensbefragungen zum Ausmaß des IKT-Fachkräftemangels, zur Reaktion der Unternehmen und zum Qualifikationsbedarf durchgeführt. Im Einzelnen wurde eine Reihe von Fragestellungen analysiert:

  • Beschäftigungspotenzial im IKT-Bereich
  • Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte von IKT-Technologien
  • Auswirkungen der IuK-Technologien auf den Qualifikationsbedarf
  • Erfassung des IKT-Fachkräftemangels (nicht besetzte Stellen, nach Wirtschaftszweigen, Unternehmensgrößen, IKT-Tätigkeitsfelder und Fachrichtung der Ausbildung)
  • Ursachen des IKT-Fachkräftemangels
  • Auswirkungen und betriebliche Maßnahmen zur Überwindung des IKT-Fachkräftemangels
  • Implikationen des IKT-Fachkäftemangels für das Bildungssystem

Zunächst wurden die Determinanten des Fachkräftemangels mit Hilfe von mikroökonometrischen Methoden untersucht. In einem anschließenden Schritt wurden die Determinanten der Maßnahmen zur Überwindungen (Weiterbildungsaktivitäten, Ausbildungsbereitschaft und Outsourcing) sowie Auswirkungen auf Beschäftigungs- und Umsatzwachstum und Innovationen untersucht. Schließlich wurden Determinanten des IKT-Qualifikationsbedarfs nach Tätigkeitsfeldern analysiert.

Projektzeitraum

01.04.2000 - 30.06.2001

Kontakt
Kooperationspartner

Dr. Werner Dostal, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, DE
Dr. Stefan Pfisterer, Fachverband Informationstechnik, Frankfurt am Main, DE
Dr. Helmut Schröder, Institut für angewandte Sozialwissenschaft, Bonn, DE