Vor dem Hintergrund des steigenden Reformdrucks setzt die Rürup-Kommission in ihren jüngsten Reformplänen für die gesetzliche Pflegeversicherung unter anderem auf die Ausschöpfung von Rationalisierungsmöglichkeiten durch die Einführung eines personengebundenen Pflegebudgets. Hierbei handelt es sich um eine Geldleistung, die dem Pflegebedürftigen zum Einkauf gewünschter und bedarfsorientierter Pflegedienstleistungen dient. Ziel ist es, ein flexibles und kundenorientiertes Angebot ambulanter Pflegedienste anzustoßen, welches einen längeren Verbleib in der kostengünstigeren häuslichen Pflege ermöglichen soll.Im Auftrag des VDAK und auf der Grundlage des § 8 Abs. 3 SGB XI zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung soll nun ein Modellprojekt zur Erprobung des personengebundenen Pflegebudgets die Grundlage für eine umfassende Evaluation dieser alternativen Leistungsform liefern. Im Rahmen des Modellprojektes wird das personengebundene Pflegebudget in sieben auf ganz Deutschland verteilte Gemeinden ab Herbst 2004 als alternative Leistungsform eingeführt. Dabei entspricht das Design des Modellversuchs einem sozialen Experiment, welches die Bildung einer Programmgruppe, die ein Pflegebudget bezieht, und einer Kontrollgruppe, die weiterhin Sach- bzw. Geldleistungen bezieht, vorsieht. Durch laufende Datenerhebungen sowohl der Pflegebedürftigen in der Programm- als auch in der Kontrollgruppe ist somit die Möglichkeit einer umfassenden und wissenschaftlichen Evaluation der Kosten- und Qualitätseffekte eines personengebundenen Pflegebudgets gegeben. Das ZEW übernimmt im Rahmen dieses Modellversuchs die wissenschaftliche Begleitforschung in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für angewandte Sozialforschung (FIFAS). Die Koordinierungsstelle des Projektes ist an der EFH Freiburg angesiedelt.

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