Neue Informations- und Kommunikationstechnologien waren in den letzten 20 Jahren wesentlichen Treiber des Produktivitätswachstums sowohl in den  IKT¬-Güter produzierenden Industrie sondern auch in den Anwenderindustrien. Die Liberalisierung des Telekommunikationssektors war dabei eine der wesentlichen Voraussetzung für die rasche Diffusion neuer Produkte und Prozesse. Aufgrund der wachsenden Verflechtung von unterschiedlichen Branchen ist zu vermuten, dass sich regulatorische Maßnahmen – beispielsweise in Telekommunikation – auch auf andere Branchen auswirken. Ziel dieses Projektes ist es, potentielle Spillovers des Innovations- und Investitionsverhalten in Telekommunikationsmärkten zu identifizieren. Die Erreichung dieses Hauptziels erfolgt in drei zusammenhängenden Schritten:
1. Staatliche Eingriffe und Infrastrukturinvestitionen
Voraussetzung für die Entwicklung neuer oder wesentlich veränderter Telekommunikationsdienste ist die Bereitstellung einer Infrastruktur, die die Implementierung dieser Dienste ermöglicht. Eine adäquate Infrastrukturqualität ist die Basis für die effiziente Übertragung einer kontinuierlich wachsenden Datenmenge. Aus diesem Grund sollen zunächst direkte Auswirkungen aus regulierenden Eingriffen auf Investitionen in Infrastrukturkapazitäten untersucht werden. Dazu werden Faktoren identifiziert, die einerseits die Effekte der Regulierung beeinflussen und andererseits selbst Auswirkungen auf Infrastrukturinvestitionen haben.
2. Infrastrukturinvestitionen und Auswirkungen auf Innovationen nutzender Industrien
Im zweiten Schritt soll die Auswirkung von Telekommunikationsinvestitionen auf die Innovationstätigkeit nutzender Industrien näher beleuchtet werden. Die wachsende Bedeutung von IKT in Geschäftsabläufen und in der Kommunikation zwischen Unternehmen unterschiedlicher Stufen der Wertschöpfungskette sind vielfach belegt. Auf einem aggregierten Niveau werden daher Unterschiede in der Bedeutung von Telekommunikationsinvestitionen für verschiedene Branchen und Länder herausgearbeitet und analysiert.
3. Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf Aktienkurse
Der letzte Teil des Projekts widmet sich der Frage, wie staatlicher Eingriffe das Verhalten von Kapitalgebern des Telekommunikationssektors beeinflussen. Kapitalgeber richten besondere Ansprüche an Unternehmen im Hinblick auf wertsteigernde Investitionsentscheidungen. Wie im ersten Schritt der Studie gezeigt wird, sind Investitionen – insbesondere in Übertragungsequipment – abhängig von regulatorischen Maßnahmen, da diese den Zeitrahmen der Refinanzierung maßgeblich beeinflussen. Um Aussagen über das Anlageverhalten von Kapitalgebern aufgrund von Regulierungsentscheidungen treffen zu können, werden daher im letzten Schritt Effekte auf die Aktienkurse der größten Telekommunikationsunternehmen Europas untersucht.