Seit 1991 werden im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests monatlich bis zu 300 Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen nach ihren Einschätzungen und Prognosen wichtiger internationaler Finanzmarktdaten befragt. Der ZEW-Finanzmarkttest fängt die vorherrschende Stimmung unter den deutschen Finanzanalysten/-innen ein. Die wichtigsten internationalen Finanzkennzahlen sind Gegenstand dieser Befragung: Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes, Wechselkurse sowie der Ölpreis. Ein Indikator wird aus den Ergebnissen des Finanzmarkttests erzeugt: Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage in Deutschland, vergleichbar mit den ifo-Geschäftserwartungen.

Die Ergebnisse des ZEW-Finanzmarkttests werden im Finanzmarktreport veröffentlicht und kommentiert. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Umfrage regelmäßig über die Presse in Form von Indikatoren und Prognosen weitergegeben. Der G-Mind (German Market Indicator) sowie der ECB-Watch, ein Indikator für die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, werden über vwd (Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH) verbreitet. Der Informationsdienst Reuters veröffentlicht die aggregierten Umfrageergebnisse ebenfalls.

ZEW-Finanzmarktreport Oktober 2016

Inhalt

  • Konjunkturerwartungen bleiben unverändert
  • Eurozone: Inflationserwartungen nahezu unverändert
  • USA: Moderates Wachstum
  • Japan: Konjunkturlage verbessert sich leicht
  • Großbritannien: Konjunkturerwartungen legen deutlich zu
  • Sonderfrage: Finanzstabilität und Bankenrettung

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Die Umfrage

Der ZEW-Finanzmarkttest ist eine seit 1991 durchgeführte Umfrage, in der monatlich die im deutschen Finanzbereich vorherrschenden Erwartungen über die Entwicklung an sechs wichtigen internationalen Finanzmärkten erhoben werden. Insgesamt beteiligen sich bis zu 300 Analysten/-innen aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen an dieser Umfrage. Den Umfrageteilnehmern/-innen stehen im Allgemeinen zwei Wochen für die Beantwortung des Fragebogens zur Verfügung. Die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist relativ stabil.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten/-innen nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse, der Wechselkurse und des ölpreises haben. Betrachtet werden die Finanzmärkte in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien sowie der Eurozone insgesamt. Zusätzlich werden die Finanzexperten/-innen um eine Einschätzung der Ertragslage in verschiedenen deutschen Branchen gebeten (Banken, Versicherungen, Konsum/ Handel, Baugewerbe, Fahrzeugbau, Chemie, Stahl, Elektro, Maschinenbau, Versorger, Dienstleister, Telekommunikation und Informationstechnologien). Die Individualprognosen der im Finanzmarkttest befragten Experten/-innen werden zunächst zu prozentualen Belegungen der einzelnen Antwortkategorien zusammengefasst. Aus diesen Belegungen der Kategorien (z.B. 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten einen Anstieg des deutschen Aktienindex DAX, 20 Prozent glauben an ein unverändertes Niveau, 10 Prozent erwarten sinkende Kurse für den DAX) wird dann der jeweilige Saldo aus positiven minus negativen Erwartungen gebildet. Der Saldo in Bezug auf die Erwartungen für die deutsche Konjunktur wird als "ZEW-Konjunkturerwartungen" bezeichnet.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen ergeben sich aus dem ZEW-Finanzmarkttest als Saldo der prozentualen positiven und negativen Antworten der Umfrageteilnehmer/innen auf die Frage nach der Konjunkturentwicklung in 6 Monaten.
Beispiel: Sind 30 Prozent der Umfrageteilnehmer/innen der Meinung, die wirtschaftliche Lage wird sich verbessern und 40 Prozent sind der Ansicht, sie wird sich verschlechtern, so ergibt sich ein Saldo für die Konjunkturerwartungen von -10. Der Anteil derjenigen, die mit keiner Veränderung der Konjunktur rechnen, spielt dabei für den Saldo keine Rolle.