Dieses Papier untersucht die Auswirkungen von Ölpreisen auf die Arbeitslosigkeit in Deutschland. Die letzten Jahre waren geprägt durch starke Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten. Die Preise für Rohöl haben Rekordhöhen erreicht. Obwohl bis Ende 2008 die Preise für Öl wieder stark gefallen sind, wird in allen längerfristigen Energieszenarien davon ausgegangen, dass die Zeit des billigen Öls vorbei ist. Welche Auswirkungen haben Ölpreise auf die Beschäftigung in Deutschland. Um diese Frage zu beantworten, wird zuerst ein Überblick über die theoretische und empirische Literatur zum Verhältnis von Ölpreisen und Arbeitslosigkeit gegeben. Danach wird dieser Zusammenhang im Rahmen eines Vektor- Autoregressionsmodells (VAR) für Deutschland untersucht. Dabei wird insbesondere auf die Natur des Ölpreisschocks eingegangen. Neben einer linearen Beziehung wie von Hamilton (1983) unterstellt, werden zwei nichtlineare Varianten betrachtet: eine asymmetrischen Spezifikation nach Mork (1989) und der Netto-Ölpreisanstieg nach Hamilton (1996), der den geltenden Ölpreis ins Verhältnis zum Maximum der vier vorhergehenden Quartale setzt. Daneben wird analysiert, ob sich das Verhältnis zwischen Ölpreis und Beschäftigung seit den 1980er Jahren verändert hat. Der Ölpreis erhöht in allen drei Spezifikationen die Arbeitslosigkeit in Deutschland. Das Verhältnis von Ölpreisen zu Beschäftigung hat sich – trotz erheblicher Energieeffizienzverbesserungen - nach der Wiedervereinigung nicht abgeschwächt.

Löschel, Andreas und Ulrich Oberndorfer (2008), Oil and Unemployment in Germany, ZEW Discussion Paper No. 08-136, Mannheim. Download