Dieser Aufsatz gibt einen Überblick über ökonomische Konzepte der Lastenverteilung zur Finanzierung von öffentlichen Gütern als Beitrag zur interdisziplinären Diskussion. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Verteilungswirkungen der Umweltpolitik. Zunächst werden zwei Typen von Verteilungsregeln besprochen: das Ability-to-Pay-Prinzip und das Benefit-Prinzip. Anschließend werden die Verteilungswirkungen der Förderung erneuerbarer Energien über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland auf Ebene privater Haushalte besprochen. Wie sich zeigt, wirkt das EEG regressiv und belastet Haushalte mit geringerem Einkommen im Vergleich zu wohlhabenderen Haushalten stärker. Schließlich wird das Problem der Energiearmut besprochen. Zwar fehlt in Deutschland derzeit die empirische Grundlage zur angemessenen Definition des Problems, Indikatoren zur Energiearmut könnten perspektivisch jedoch nützliche Informationen zur Ausgestaltung von Klima- und Energiepolitik bereitstellen.

Heindl, Peter (2016), Ökonomische Aspekte der Lastenverteilung in der Umweltpolitik am Beispiel der Energiewende: Ein Beitrag zum interdisziplinären Dialog, in: Bernhard Emunds & Isabell Merkle, Umweltgerechtigkeit: Von den sozialen Herausforderungen der großen ökologischen Transformation, Die Wirtschaft der Gesellschaft, Bd. 2, Metropolis Verlag, Marburg, S. 185-213. Download

Autoren

Heindl, Peter

Schlagworte

Energiewende; Verteilungswirkungen; Finanzwissenschaft; Energiearmut; Umweltpolitik