Angesichts des demografischen Wandels und der Globalisierung besteht ein enormer Reformdruck im Bereich der Steuer- und Sozialsysteme. Politikmaßnahmen – wie Strategien zur Budgetkonsolidierung, zur Verbesserung der Arbeitsmarktperformance oder zur Reform der sozialen Sicherungssysteme – stoßen allerdings oftmals auf erheblichen Widerstand seitens der Wähler. Bemerkenswert dabei ist, dass für die politische Durchsetzungsfähigkeit verschiedener Strategien Fairnessüberlegungen oftmals bei Weitem einflussreicher sind als Effizienzurteile. Vor diesem Hintergrund befasst sich in dieser Studie ein interdisziplinäres Team aus Ökonomen und Psychologen mit der Relevanz der Gerechtigkeitsdimension bei der Beurteilung von Reformmaßnahmen. In einer Vielzahl von Experimenten und ökonometrischen Analysen wird nachgewiesen, dass die wahrgenommene Gerechtigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Erklärung von Reformwiderständen leistet. Die empirischen Einsichten zeigen aber auch, auf welche Weise die Gerechtigkeitsdimension stärker in die wirtschaftspolitische Debatte und auch in die Analysen und die Kommunikation von Reformprozessen einfließen kann. Das Werk ist Teil der Reihe ZEW Wirtschaftsanalysen – Schriftenreihe des ZEW, Band 100.

Heinemann, Friedrich, Tanja Hennighausen, Eva Traut-Mattausch, Martin Kocher, Eva Jonas und Dieter Frey (2011), Gerechtigkeitswahrnehmung von Steuer- und Sozialsystemreformen, Bd. 100, Nomos, Baden-Baden.

Autoren

Heinemann, Friedrich
Hennighausen, Tanja
Traut-Mattausch, Eva
Kocher, Martin
Jonas, Eva
Frey, Dieter