Zahlreiche Studien der letzten Jahre haben sich mit den Beschäftigungswirkungen des deutschen Kündigungsschutzes befasst. Die Mehrzahl der Untersuchungen fand jedoch keine signifikanten Effekte auf aggregierte Ab- und Zugangsraten in den betroffenen Betrieben. In unserer Analyse schätzen wir die Wirkung des Kündigungsschutzes auf die individuelle Stabilität neu geschaffener Beschäftigungsverhältnisse. Bei der Untersuchung nutzen wir die Änderung des Schwellenwertes im deutschen Kündigungsschutz im Jahr 1999 als natürliches Experiment. Unsere Ergebnisse deuten auf eine positive Wirkung des Kündigungsschutzes auf die Beschäftigungsstabilität neu geschaffener Arbeitsverhältnisse hin. Dieser Effekt tritt jedoch erst nach ca. 200 Tagen auf, was mit der gesetzlichen Wartezeit vor Einsetzen des Kündigungsschutzes übereinstimmt.

Boockmann, Bernhard, Daniel Gutknecht und Susanne Steffes (2008), Die Wirkung des Kündigungsschutzes auf die Stabilität “junger“ Beschäftigungsverhältnisse, Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 2/3, 347-364.

Autoren

Boockmann, Bernhard
Gutknecht, Daniel
Steffes, Susanne

Schlagworte

Kündigungsschutz, Beschäftigungsstabilität, Differenz-von-Differenzen