Die Finanzierungstheorie hält bedeutende Argumente dafür bereit, dass der Verschuldungsgrad von Unternehmen von steuerlichen Faktoren beeinflusst wird. Die empirische Forschung hatte indes lange Jahre erhebliche Probleme, einen Zusammenhang zwischen der Kapitalstruktur von Unternehmen und ihrer Steuerbelastung zweifelsfrei nachzuweisen. Auch heute noch finden sich in der mittlerweile umfassenden Literatur zum Thema durchaus gemischte Ergebnisse. Überraschenderweise hat bisher jedoch keine Studie versucht, diejenigen Faktoren, die für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich sind, quantitativ zu untersuchen.

Die vorliegende Studie füllt diese Lücke. Sie präsentiert eine umfassende quantitative Auswertung der gesamten internationalen Literatur zum Zusammenhang zwischen Verschuldungsgrad und Steuersatz. Auf der Grundlage von über 1.000 Schätzergebnissen, die aus 46 Studien der Literatur entnommen wurden, zeigt sich, dass in der Tat ein positiver Einfluss des Steuersatzes auf die Verschuldung der Unternehmen besteht und dass dieser Zusammenhang auch ökonomisch relevant ist. Vor allem das in einer Studie gewählte Maß zur Approximation des marginalen steuerlichen Anreizes ist entscheidend für die Höhe des ausgewiesenen Effekts. Es kommt aber auch auf weitere Eigenschaften der Studien an. Zu nennen sind hier vor allem die untersuchte Fremdkapitalart und die ökonometrische Spezifikation der Analyse. Nachdem die Einflüsse etwaiger Fehlspezifkationen herausgrechnet wurden, ergibt sich aus der bisherigen empirischen Evidenz, dass der Verschuldungsgrad eines Unternehmens um 0,3 Prozentpunkte ansteigt, wenn sich sein Steuersatz um einen Prozentpunkt erhöht.

Schlagworte

Capital Structure, Corporate Income Tax, Meta-Analysis