Die Studie zur Beschäftigungsentwicklung im Finanzsektor zeigt, dass in den kommenden fünf Jahren bei Banken und Versicherungsunternehmen ein Stellenabbau und ein Wandel in der Qualifikationsstruktur zu erwarten ist. Branchenangehörige prognostizieren eine Verringerung von höchstens zehn Prozent des gegenwärtigen Beschäftigtenstandes. Im Bereich der sonstigen Finanzdienstleister wie beispielsweise unabhängigen Vermögensverwaltern oder Finanzberatern wird dagegen der Personalbestand voraussichtlich deutlich zunehmen. Fachhochschul- und Universitätsabsolventen werden in allen Geschäftsbereichen künftig verstärkt gesucht. Im Gegensatz dazu werden bei Beschäftigten ohne formale Berufsausbildung die Beschäftigungsanteile und auch die absolute Beschäftigung eher sinken. Eine Analyse der Arbeitsnachfrage nach Qualifikationsstufen lässt erkennen, dass in der Vergangenheit der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Finanzsektor einen negativen Einfluss auf die Beschäftigung Geringqualifizierter und einen positiven Einfluss auf die Beschäftigung Hochqualifizierter hatte. Es zeigte sich außerdem, dass der negative Einfluss steigender Arbeitskosten auf die Beschäftigung von Geringqualifizierten größer ist als bei Qualifizierten und Hochqualifizierten. Der Band richtet sich an Unternehmen und Beschäftigte des Finanzsektors, Politiker und Fachleute in Ministerien und Behörden, Wissenschaftler und Studierende, die sich mit beschäftigungspolitischen Fragen und mit dem Strukturwandel im Finanzsektor befassen.

Gerke, Wolfgang, Carlo Beck, Ralf Peters, Daniel Schäffner, Michael Schröder und Peter Westerheide (2001), Beschäftigungsperspektiven im Finanzsektor, Bd. 58, Nomos, Baden-Baden.

Autoren

Gerke, Wolfgang
Beck, Carlo
Peters, Ralf
Schäffner, Daniel
Schröder, Michael
Westerheide, Peter

Schlagworte

Beschäftigungsentwicklung, Finanzsektor, Informations- und Kommunikationstechnologien