Die Vitalität und Stabilität der Demokratie - auch der Wirtschaft - hängen letztlich eminent von der Durchlässigkeit der Gesellschaft ab. (Horst Köhler, Bundespräsident, 29.12.2007) In dieser Studie wird die Frage der Durchlässigkeit der Gesellschaft, die nach Ansicht des Bundespräsidenten (siehe Eingangszitat) eine wichtige Grundlage der Vitalität und Stabilität der Demokratie ist, empirisch mit repräsentativen Daten von Arbeitnehmern untersucht. Aus ökonomischer Sicht spiegelt sich die Chancengleichheit in einer Gesellschaft unter anderem im Zugang zur Bildung, in der Partizipation am Erwerbsleben und der Höhe des Arbeitsverdienstes wieder. Wir suchen in der vorliegenden Studie Antworten auf die Frage, ob und in welchem Umfang der ökonomische Erfolg am Arbeitsmarkt von der familiären Herkunft abhängig ist. Datengrundlage sind die monatlichen (realen) Arbeitsverdienste von Vätern und ihren Söhnen aus dem Sozio-ökonomischen Panel, SOEP, 1984 - 2006. Um die intergenerationale Persistenz der Arbeitsverdienste zu schätzen, haben wir eine innovative Stichprobenstrategie entwickelt, die es erlaubt, Vater-Sohn Paare in einem vergleichbaren Abschnitt im Lebenszyklus zu beobachten. Dieser ist so gewählt, dass die Arbeitsverdienste ein Indikator des Lebenseinkommens sind. Nach den Ergebnissen unserer mikroökonometrischen Schätzungen geht ein Anstieg des väterlichen Arbeitsverdienstes um 10 Prozent mit einer entsprechenden Verbesserung des Sohnes um 3,33 Prozent einher. Am Mittelwert unserer Stichprobe der Söhne berechnet (1.937€), entspricht dies einem um monatlich 63€ höheren Arbeitsverdienst. In der Summe deutet die Analyse darauf hin, dass die intergenerationale Persistenz der Arbeitsverdienste in Deutschland (etwas) höher ist als bisher vermutet. Dennoch weisen die Schätzungen auf eine vergleichsweise hohe intergenerationale Mobilität bezogen auf den Arbeitsmarkt in den letzten beiden Jahrzehnten hin.

Schlagworte

Intergenerational Mobility, Lifecycle, Permanent Earnings, Wages