Jahrg. 24 · Nr. 20 · Januar 2017

Die Beratungs- und Werbebranche gehörte im Jahr 2015 mit einer Innovationsintensität von 1,2 % zu den weniger innovativen Branchen in Deutschland. Die Innovationsausgaben stiegen von 0,83 Mrd. € (2014) auf 0,92 Mrd. €. 2016 sollen die Innovationsbudgets auf 1,01 Mrd. € angehoben werden. Für das Jahr 2017 ist ein Anstieg auf 1,07 Mrd. € geplant.
Die Innovatorenquote (Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen) sank in zwei der drei Bereiche der Branche. In der Wirtschafts-, Steuer- und Rechtsberatung fiel sie von 20 auf 18 %, in der Unternehmensberatung nahm sie jedoch von 43 auf 46 % zu. In der Werbung musste ein Minus von 12 Prozentpunkten verbucht werden (2015: 32 %). Im Branchenmittel verringerte sich die Innovatorenquote um 3 Prozentpunkte auf 24 %.
Die Erfolgsindikatoren von Prozessinnovationen zeigten 2015 nach oben: Der Umsatzanstieg durch Qualitätsverbesserungen nahm von 1,3 auf 2,7 % zu. Der Kostensenkungsanteil stieg von 0,9 auf 1,4 %. Der Umsatzanteil mit neuen Produkten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,9  Prozentpunkte auf 8,0 %. Dies lag am deutlich geringeren Umsatzanteil von Nachahmerinnovationen, der gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozentpunkte zunahm und bei 6,8 % lag. Der Umsatzanteil mit Marktneuheiten lag hingegen mit 1,2 % nur gering über dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Unternehmen, die eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufweisen, erhöhte sich 2015 auf 11 %. 4 % betrieben FuE auf kontinuierlicher Basis.
Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2016 minimal unter das niedrige Niveau von 2015 (30 %) sinken. So planten für 2016 lediglich 27 % der Unternehmen fest mit Innovationsaktivitäten, weitere 2 % waren sich noch unsicher. 2017 wollen 23 % Innovationsvorhaben umsetzen, weitere 5 % waren unentschieden. In beiden Jahren sollen Prozessinnovationen im Vordergrund stehen.