Jahrg. 20, Nr. 10, Januar 2013

Die Innovationsaktivitäten der Unternehmen des deutschen Fahrzeugbaus entwickelten sich 2011 in unterschiedliche Richtungen. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben (Innovatorenquote), ging stark von 73 auf 59% zurück. Der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten nahm leicht von 34% auf 30% ab. Die Innovationsausgaben, die zu wesentlichen Teilen von den Großunternehmen der Branche bestritten werden, stiegen dagegen kräftig auf ein neues Rekordhoch von 38,7 Mrd. € (2010: 33,6 Mrd. €). Die Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) lag mit 9,3% um 0,2%-Punkte über dem Vorjahresniveau und nur knapp unter dem Spitzenwert aus dem Jahr 2009. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatzanteil mit Produktneuheiten leicht um einen Prozentpunkt auf 50%. Im Branchenvergleich bedeutet dies Rang 1. 12,4% des Gesamtumsatzes des deutschen Fahrzeugbaus entfielen auf Marktneuheiten. Die durch Prozessinnovationen erreichte Stückkostensenkung lag 2011 mit 5,1% unter den hohen Vorjahreswerten von 6 bis 7%. Qualitätsverbesserungen führten 2011 zu einem Umsatzanstieg von 4,2%. was dem Niveau der Jahre 2005 bis 2008 entspricht und gegenüber 2010 ein Plus von einem Prozentpunkt ist. Der Anteil der Unternehmen, die 2011 intern FuE betrieben, blieb bei 54% konstant. Allerdings gab es eine Verschiebung von kontinuierlich forschenden Unternehmen hin zu Unternehmen mit nur anlassbezogenen FuE-Aktivitäten. Für das Jahr 2012 plante der deutsche Fahrzeugbau eine weitere Erhöhung der Innovationsausgaben um 5,4% auf 40,7 Mrd. €. 2013 sollen die Innovationsbudgets auf 42,7 Mrd. € wachsen (+4,9%). Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte 2012 leicht ansteigen. Für 2013 ist der Anteil der Unternehmen, die sich noch unsicher sind, ob sie Innovationsaktivitäten durchführen werden, mit 17% außerordentlich hoch.