Jahrg. 19, Nr. 17, Januar 2012

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Finanzdienstleistungen im Jahr 2010 spiegelte sich nur teilweise in den Innovationsaktivitäten der Branche wider. Die Innovationsausgaben stiegen um 0,75 Mrd. €auf 5,37 Mrd. €. Gemessen am Branchenumsatz (Bruttozins-, Bruttoprovisionserträge, Bruttobeitragseinnahmen) machten sie einen Anteil von 0,58% aus. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben (Innovatorenquote), ging hingegen um fünf Prozentpunkte zurück auf 46%. Neue Produkte trugen im Berichtsjahr 9,6% zum Gesamtumsatz der Finanzdienstleistungen bei. Die Zunahme um immerhin 2,1 Prozentpunkten gegenüber 2009 fokussierte ausschließlich auf Nachahmerinnovationen. Der mit Marktneuheiten generierte Umsatzanteil stagnierte im Sektor der Versicherungen und Makler bei 2,5%, während er bei den Banken sogar leicht auf 2,1% abnahm. Der Beitrag von Prozessinnovationen zum Erfolg der gesamten Branche ging 2010 deutlich zurück. Die durch die Einführung neuer Prozesse erzielten Kosteneinsparungen lagen bei 4,8% und somit 1,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Qualitätssteigerungen führten zu Umsatzzuwächsen von nur noch 1,0% (2009: 2,2%). Der Anteil der forschenden Unternehmen nahm im Jahr 2010 weiter ab auf nunmehr 14% (-4 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2009). Die Innovationsbudgets sollen 2011 weiter auf 5,5 Mrd. € aufgestockt werden, 2012 allerdings wieder auf 5,3 Mrd. € reduziert werden. Für 2011 planten 44% der Unternehmen fest mit der Durchführung von Innovationsaktivitäten. Für 2012 sinkt dieser Wert auf 37%. Vor allem der Anteil der Unternehmen, die ausschließlich im Bereich von Verfahrensverbesserungen innovativ tätig sind, soll von 17% auf 10% sinken. Allerdings waren sich noch 6% bzw. 8% der Unternehmen unsicher, ob sie 2011 bzw. 2012 in Innovationsprojekte investieren werden.