Jahrg. 18, Nr. 2, Januar 2011

Die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie blickt nach Umsatzrückgängen im zweistelligen Prozentbereich in allen drei Teilbranchen auf ein äußerst schwieriges Jahr 2009 zurück. Die angespannte wirtschaftliche Lage der gesamten Branche spiegelte sich auch in ihren Innovationsaktivitäten wider. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, sank um 8 Prozentpunkte auf 50%. Ebenso deutlich ging der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten auf 22% zurück. Kostensenkende Prozessinnovatoren waren zu 9% vertreten. Dies ist der niedrigste Wert seit 2000. Die Innovationsaufwendungen wurden in der Textilindustrie um die Hälfte auf 0,2 Mrd. € reduziert, wohingegen die Bekleidungs- und Lederindustrie ihr Innovationsbudget leicht auf 0,36 Mrd. € erhöhte. Für die gesamte Branche sollen die Innovationsaufwendungen zunächst auf 0,65 Mrd. € steigen, in 2011 jedoch wieder abnehmen auf 0,58 Mrd. €. Die Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) lag 2009 bei 2,5% (2008: 2,9%). Der durch Produktneuheiten generierte Umsatzanteil betrug im Berichtsjahr 25,4%. Mit einem im Branchenvergleich moderaten Rückgang von 0,8%-Punkten konnte sich die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie auf den dritten Rang hinter dem Fahrzeugbau und der Elektroindustrie verbessern. Für 2010 und 2011 zeichnet sich eine etwas geringere Innovationsbereitschaft ab, wobei 4% bzw. 6% der Unternehmen noch unsicher waren hinsichtlich ihrer Innovationsaktivitäten. Der Anteil der Unternehmen mit gleichzeitigen Produkt- und Prozessinnovationen dürfte deutlich steigen, allerdings zu Lasten des Anteils reiner Produktinnovatoren.