Jahrg. 18, Nr. 6, Januar 2011

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise machten sich auch 2009 noch in fast allen Teilbranchen der Glas-, Keramik- und Steinwarenindustrie bemerkbar, sodass der Umsatz der gesamten Branche im zweistelligen Prozentbereich zurückging. Die Innovationsausgaben brachen gegenüber 2008 um ein Drittel ein und betrugen 2009 nur noch 0,90 Mrd. €. Vor allem Investitionen in neue Anlagen wurden zurückgefahren. Mit einem Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz von 2,4% lag die Branche deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau von 3,0%. Die Innovatorenquote nahm um 8 Prozentpunkte auf 45% ab. Insbesondere ging der Anteil der Prozessinnovatoren mit qualitätsverbessernden Verfahren zurück. Allerdings hatte wie im Vorjahr die Verbesserung der Qualität gegenüber dem Kostensenkungsziel unter den Innovatoren Vorrang. Der Anteil der Unternehmen mit Sortimentsneuheiten nahm zu, während Unternehmen mit Marktneuheiten im Vergleich zum Vorjahr weniger stark vertreten waren. Der mit Produktneuheiten generierte Umsatzanteil sank in der Branche im Jahr 2009 merklich auf 11,8%. Dies war überwiegend auf Umsatzeinbußen mit Nachahmerinnovationen zurückzuführen. Mit Marktneuheiten wurde ein Umsatzanteil von 4,5% erzielt (2008: 5,3%). Durch Prozessinnovationen erreichte die Branche Kostensenkungen von 3,3% (2008: 3,4%). Qualitätsverbessernde Prozessinnovationen führten zu Umsatzsteigerungen von 2,2%, das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als 2008. Für 2010 planten die Unternehmen leicht rückläufige Innovationsbudgets (0,88 Mrd. €) und für 2011 wieder eine geringfügige Erhöhung auf 0,92 Mrd. €. Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2010 auf unter 50% zurückgehen und 2011 stabil bleiben. Für 2011 wird der Anteil der Unternehmen, die gleichzeitig Produkt- und Prozessinnovationen anpeilen, steigen.