Jahrg. 17, Nr. 14, Januar 2010

Das wirtschaftliche Umfeld war für den deutschen Großhandel im Jahr 2008 noch recht günstig. Nach einer langen Periode stagnierender Umsätze konnte ab 2006 - auch dank steigender Preise für Rohstoffe und Vormaterialien - die Leistung des Großhandels wieder ausgeweitet werden. Die günstige wirtschaftliche Entwicklung hielt den größten Teil des Jahres 2008 noch an und spiegelt sich auch in den Innovationsindikatoren wider. Die Innovatorenquote - d.h. der Anteil der Unternehmen, die neue Dienstleistungsangebote oder neue Verfahren eingeführt haben - stieg auf 36% an, was einem Plus von 4,5 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2007 entspricht. Auch die Umsatzbeiträge durch neue Dienstleistungsangebote konnten wieder ausgeweitet werden und erreichten 2008 6,6%. Die Innovationserfolge durch Prozessinnovationen konnten auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Neue Verfahren trugen 2008 zu Kosteneinsparungen von durchschnittlich 2,1% bei. Mit Hilfe von Qualitätsverbesserungen wurde ein Umsatzanstieg von 1,7% erzielt. Die Entwicklung der Innovationsaufwendungen zeigte dagegen nach unten. Im Jahr 2008 unterschritten die Ausgaben des Großhandels für neue Produkte und Prozesse erstmals die 2-Mrd.-€-Grenze und fielen auf 1,96 Mrd. €. Besonders stark wurden die investiven Ausgaben zusammengestrichen. Damit wurden im Jahr 2008 nur 0,24% des Branchenumsatzes für Innovationsaktivitäten bereit gestellt. Auch für 2009 und 2010 planen die Großhandelsunternehmen mit rückläufigen Innovationsbudgets. 2009 sollen sie auf nur mehr 1,7 Mrd. € sinken, für 2010 ist ein weiterer Rückgang auf 1,54 Mrd. € vorgesehen. Gleichwohl bleibt die grundsätzliche Innovationsbereitschaft im Großhandel auch 2009 und 2010 hoch - wenn auch bei gekürzten Innovationsbudgets. 36% der Großhandelsunternehmen planten fest mit Innovationsaktivitäten im Jahr 2009, und 35% wollen auch 2010 in neue Dienstleistungsangebote und Verfahren investieren. Damit kann die hohe Innovationsbeteiligung des Jahres 2008 gehalten werden.