Jahrg. 17, Nr. 6, Januar 2010

2008 war für die Glas-, Keramik- und Steinwarenindustrie ein wirtschaftlich durchwachsenes Jahr. Während einzelne Segmente noch Umsatzsteigerungen verbuchen konnten, stagnierte der Gesamtumsatz infolge von Auftragseinbrüchen im letzten Quartal. Dennoch zeichnete sich bei den Innovationsindikatoren ein positives Bild ab. Die Innovatorenquote stieg sprunghaft von 36% im Vorjahr auf 51% im Jahr 2008 an. Verbunden damit war eine deutliche Zunahme der Zahl der Unternehmen mit Marktneuheiten und mit kostensenkenden Prozessinnovationen. Hier machte sich das hohe Innovationspotenzial von Teilbranchen wie der technischen Keramik sowie der Bereiche Flach- und Spezialglas bemerkbar. Die seit 2005 gestiegenen Innovationsaufwendungen wurden im Jahr 2008 noch einmal leicht auf 1,38 Mrd. € erhöht. Mit einer Innovationsintensität (Innovationsaufwendungen in % des Umsatzes) von 3,0% konnte das für die Branche hohe Vorjahresniveau ebenso gehalten werden wie bei dem durch Produktinnovationen erzielten Umsatzanteil von 14%. Durch Prozessinnovationen erreichte die Branche im Berichtsjahr Kostensenkungen von 3,5% der Gesamtkosten und damit eine Steigerung von 0,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Angesichts der in Folge der Wirtschaftskrise erwarteten anhaltenden Konjunkturschwäche planten die Unternehmen für 2009, ihre Innovationsaufwendungen um 35% auf nur mehr 0,89 Mrd. € zurückzufahren. Für 2010 sollen die Innovationsbudgets auf diesem Niveau stabil bleiben. Die Innovationsaktivitäten sollen sich dabei in Richtung Produktinnovationen verschieben, während vor allem bei Prozessinnovationen gespart werden dürfte. Der Anteil der Unternehmen, die ausschließlich im Bereich von Verfahrensverbesserungen innovativ tätig sind, soll von 17% im Jahr 2008 auf nur mehr 4% (2009) und 2% (2010) sinken.