Der Erfolg der Energiewende in Deutschland hängt maßgeblich von der Bereitschaft der Unternehmen ab, Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien voranzutreiben. Entscheidend dafür sind allerdings nicht nur Regulierungen, staatliche Subventionen sowie steigende Preise für fossile Energieträger. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg zeigt vielmehr, dass auch regionale Faktoren eine Rolle spielen. Unternehmen, in deren Umgebung sich Anlagen zur Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien befinden und die in Regionen mit einem hohen Grünwähler-Anteil angesiedelt sind, führen eher Innovationen bei erneuerbaren Energien ein.

Finden sich in einer Region bereits viele Solaranlagen, fördert das dort auch unternehmerische Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien.
Finden sich in einer Region bereits viele Solaranlagen, fördert das dort auch unternehmerische Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien.

Die Studie untersucht, was Unternehmen zu mehr Klimaschutzinvestitionen veranlasst und welche Rolle regionale Faktoren dabei spielen. Die beteiligten Wissenschaftler haben dazu Angaben zu 8.684 Unternehmen aus der ZEW-Innovationserhebung des Jahres 2015 mit amtlichen Statistiken zum Standort von knapp 1,5 Millionen Anlagen für erneuerbare Energien sowie mit Wahlergebnissen auf Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten verknüpft. Eine Innovation im Bereich erneuerbare Energien liegt vor, wenn ein Unternehmen fossile Energiequellen durch erneuerbare ersetzt hat. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Unternehmen in den alten Bundesländern – insbesondere in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern – führen deutlich mehr Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien ein als Unternehmen in Ostdeutschland.

Regionales Wissen von Unternehmen spornt weitere Unternehmen an

Eine Hinwendung zu „grünen“ Themen in einer Region – gemessen am Grün-Wähler-Anteil – fördert Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien ebenso wie ein hoher regionaler Besatz an Solar- und Biomassekraftanlagen. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass Unternehmen vom Wissen anderer Unternehmen in einer Region profitieren. Ist ein Unternehmen im direkten Vergleich bei der Umsetzung von Innovationen mit erneuerbaren Energien schon einen Schritt weiter, schieben andere regional ansässige Unternehmen, die noch nicht so weit sind, ihrerseits verstärkt ‚grüne‘ Innovationen an“, sagt Prof. Dr. Jens Horbach von der Hochschule Augsburg und Mitautor der Studie.

Zudem zeigt sich, dass die unabhängig von einer Region für alle deutschen Unternehmen geltenden Faktoren wie staatliche Subventionen und Regulierungen, steigende Kosten für fossile Energieträger oder der Reputationsgewinn in der Öffentlichkeit eine wesentliche Rolle für die steigende Anzahl von Unternehmen mit Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energien spielen. „Insofern sollte die Politik bei der Energiewende nicht ausschließlich auf ‚harte‘ Maßnahmen bei der Einführung von Innovationen aus erneuerbaren Energien setzen, sondern zusätzlich auch ‚weiche‘ Maßnahmen unterstützen, die die Umweltverantwortlichkeit von Unternehmen sowie das Umweltbewusstsein der Bevölkerung fördern“, sagt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW- Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Mitautor der Studie.

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Dr. Christian Rammer, Telefon 0621/1235-184, E-Mail christian.rammer@zew.de

Prof. Dr. Jens Horbach, Telefon 0821/5586-2908, E-mail jens.horbach@hs-augsburg.de

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