Das Ziel des gemeinsamen Binnenmarkts der Europäischen Union hat zu einer Standardisierung von vielen Rechtsbereichen in den letzten Jahren geführt. Dies trifft jedoch nicht für die Steuersysteme zu, da diese in der Verantwortlichkeit jedes einzelnen Mitgliedsstaats verbleiben. Angesichts der Standardisierung in vielen anderen Bereichen und der steigenden Mobilität von Unternehmen, wird das Steuersystem eines Mitgliedsstaates ein immer bedeutenderes Differenzierungsmerkmal für Investitionsentscheidungen. Als Konsequenz befinden sich die Mitgliedsstaaten in einem permanenten Wettbewerb um ein attraktives Steuerklima zu schaffen.

Das vorrangige Ziel des Forschungsprojekts ist eine möglichst detaillierte qualitative und quantitative Analyse der Entwicklung der Steuerbelastungen in den letzten zwanzig Jahren. Für die quantitative Analyse wird das Simulationsprogramm European Tax Analyzer verwendet. Mit Hilfe dieses Programms kann die Entwicklung der Steuerbelastungen nicht nur länderübergreifend, sondern auch für verschiedene Größenklassen und Industrien analysiert und verglichen werden. Weitere wichtige Bestandteile des Projekts sind die Analyse der Auswirkungen von verschiedenen steuerlichen Entwicklungen wie das beständige Sinken der Gewinnsteuersätze bei Verbreiterung der Bemessungsgrundlage, steuerliche Anreize für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Forschung und Entwicklung und die gesunkene Bedeutung von Substanzsteuern. Nach der Analyse sollen Vorschläge für die weitere Harmonisierung der Steuersysteme analysiert und verbessert werden.