Seit 2003 können Krankenkassen oder ihre Verbände mit pharmazeutischen Unternehmen Rabatte für die zu ihren Lasten abgegebenen Arzneimittel vereinbaren. Insbesondere im Generikabereich hat sich der Abschluss entsprechender Rabattverträge seitdem zu einem wichtigen Instrument der Krankenkassen zur Kosteneinsparung entwickelt.
Im Rahmen der jüngsten Anpassung des regulatorischen Rahmens im Jahr 2009 wurde klargestellt, dass die entsprechenden Ausschreibungen von Rabattverträgen den Regelungen des Vergaberecht unterliegen. Weiterhin wurde festgeschrieben, dass das Kartell- und Missbrauchsverbot des GWB auf das Verhalten der Krankenkassen im Verhältnis zu Leistungserbringern entsprechend anwendbar ist.
Für die Generikahersteller haben Rabattverträge zu einer strukturellen Veränderung der Nachfrage geführt, da nun nicht mehr primär Ärzte, Apotheker und Patienten das Medikament wählen. Hingegen treffen die Krankenkassen durch die Strukturierung der Ausschreibung von Rabattverträgen und die Wahl der Vertragspartner vergleichsweise wenige, dafür aber weitreichende Entscheidungen über die Aufteilung der Nachfrage auf die Hersteller.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie die Auswirkungen von Rabattverträgen auf die Generikaindustrie in Deutschland. Im Fokus der Untersuchung stehen die Auswirkungen auf Marktstruktur, Anbietervielfalt und den Wettbewerb. Insbesondere soll die Kausalität zwischen den gesetzlichen Änderungen seit 2009 bzw. möglichen faktischen Änderungen in der Ausschreibungspraxis und der Marktstruktur untersucht werden.
Die Studie wird 2015 als Band 104 in der Reihe ZEW Wirtschaftsanalysen erscheinen. Weitere Informationen unter:
www.nomos-shop.de/trefferliste.aspx