ZEW-Studie definiert Maßnahmen für die Innovationspolitik in Deutschland

Forschung

Technologische Entwicklungen wie Cloud Computing, Big Data, Hyperkonnektivität und Industrie 4.0 sind Wegbereiter der digitalen Transformation und Ausgangspunkt, um neue Produkte, Dienste und Geschäftsmodelle zu entwickeln sowie Prozesse umzugestalten, kurz: um innovativ zu sein. Um Deutschland in diesem Transformationsprozess wettbewerbsfähig zu halten, sind nicht nur Unternehmen, sondern ist auch die Politik gefragt. In einer Studie zum Thema "Innovationspolitik in Deutschland - Maßnahmen für mehr Innovationen im Zeitalter der Digitalisierung" im Auftrag der SAP Deutschland SE hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Handlungsempfehlungen erarbeitet, die mit Blick auf Digitalisierung, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind.

Die Studie identifiziert drei Handlungsfelder, über die die digitale Transformation und damit die Innovationsfähigkeit in Deutschland unterstützt werden kann:

Förderung der Digitalisierung - Datensicherheit und -schutz müssen gewährleistet werden. Einheitliche Regelungen innerhalb der EU und Zertifizierungen auf EU-Ebene schaffen Vertrauen – eine Voraussetzung für die Adoption und Diffusion neuer Technologien, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Stärkung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen - Junge Unternehmen mit hoch-riskanten, jedoch potenziell hohes Wachstum versprechenden Geschäftsideen müssen bessere Finanzierungsbedingungen erhalten. So sollte der Hightech Gründerfonds um ein zusätzliches Segment ergänzt werden, das auf besonders risikoreiche Start-ups abzielt. Die Einrichtung eines europaweiten Börsensegments für Start-ups würde bessere Exit-Möglichkeiten für Wagniskapitalinvestoren schaffen. Eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung würde für alle forschenden Unternehmen Anreize für verstärkte Innovationsaktivitäten setzen.

Investitionen in Infrastrukturund Bildung - Für den Ausbau leistungsfähiger Kommunikationsnetze können Kooperationen zwischen Netzanbietern und öffentlichen Kommunen insbesondere in ländlichen Regionen mit nur einer vorhandenen Infrastruktur  als Modell zur Risikoteilung vielversprechend sein. Die Erweiterung und Verbesserung von E-Government-Diensten kann zu mehr Effizienz führen und Ressourcen freisetzen, die in die Umsetzung von Digitalisierungs- und Innovationsprojekte einfließen. Neben der Verankerung des Fachs Informatik in der schulischen Ausbildung könnten differenziertere Ausbildungs- und Studienangebote die Möglichkeit schaffen, Kompetenzen aus verschiedenen Disziplinen miteinander zu kombinieren und somit neuen oder veränderten Tätigkeitsprofilen gerecht werden.

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Dr. Christian Rammer, Telefon 0621/1235-184, E-Mail rammer@zew.de