Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, hat den diesjährigen Heinz König Young Scholar Award an eine Wissenschaftlerin und einen Wissenschaftler vergeben. Die Auszeichnung ging sowohl an Jiekai Zhang vom Centre de Recherche en Économie et en Statistiques (CREST) der École Nationale de la Statistique et de l’Administration Économique (ENSAE) ParisTech als auch an Bernhard Kasberger von der Universität Wien. Mit der Preisvergabe ehrt das ZEW die Arbeit von Jiekai Zhang zu den Auswirkungen von regulierter TV-Werbung für Zuschauer/innen und Werbetreibende sowie die Analyse von Bernhard Kasberger zur Effizienz von Mobilfunkmärkten nach Frequenzauktionen.

ZEW-Forschungsgruppenleiter Kai Hüschelrath (l.) und Vitali Gretschko (r.) mit Preisträgerin Jiekai Zhang und Preisträger Bernhard Kasberger.
ZEW-Forschungsgruppenleiter Kai Hüschelrath (l.) und Vitali Gretschko (r.) mit Preisträgerin Jiekai Zhang und Preisträger Bernhard Kasberger.

Der jährlich vom ZEW verliehene Heinz König Young Scholar Award ist mit 5.000 Euro dotiert und beinhaltet zusätzlich das Angebot eines mehrmonatigen Forschungsaufenthalts am ZEW. Gestiftet wurde der Heinz König Young Scholar Award 2017 von der MLP Finanzdienstleistungen AG. Durch die doppelte Preisvergabe geht die Dotation zu gleichen Teilen an Jiekai Zhang und Bernhard Kasberger. Überreicht wurde der Preis zum Abschluss des 19. ZEW Summer Workshops für junge Ökonomen von Prof. Dr. Kai Hüschelrath, Leiter der ZEW-Forschungsgruppe „Wettbewerb und Regulierung“ und Prof. Dr. Vitali Gretschko, Leiter der ZEW-Forschungsgruppe „Marktdesign“.

Die Forschungsergebnisse von Jiekai Zhang deuten darauf hin, dass es nicht notwendig ist, die reine Werbe-Menge in einem wettbewerbsorientierten Markt zu regulieren, gemessen daran, dass die TV-Branche eine zweiseitige Markstruktur aufweist, bei der sich Werbetreibende und Zuschauer/innen gegenseitig in ihrem Nachfrageverhalten beeinflussen. Wenn Fernsehsender jedoch untereinander die Sendezeit für Werbung unerlaubt koordinieren, kann eine entsprechende Regulierung wiederum Mehrwerte für die Zuschauer/innen schaffen. „Jiekai Zhangs Arbeit ist deshalb so hervorragend, da die empirische Literatur zu Wettbewerb und Regulierung auf zweiseitigen Märkten bislang eher dürftig ist“, erklärt Kai Hüschelrath die Entscheidung der Jury für Jiekai Zhang als Preisträgerin.

Ausgezeichnete Arbeit zu TV-Werbe-Mengen und Frequenzauktionen

Bernhard Kasberger hat sich in seiner Arbeit damit beschäftigt, dass bei Frequenzversteigerungen auf Mobilfunkmärkten Gebote auf die reine Anzahl von Frequenzen für einen Bieter selber, aber nicht auch auf die letztendliche Zuteilung dieser Frequenzen auf alle Bieter möglich sind. Dies verhindert in den meisten Fällen eine für den nachgelagerten Markt effiziente Zuteilung. „Bernhard Kasberger hat beispielhaft eine Schwachstelle in gängigen Auktionsformaten herausgearbeitet und legt damit die Grundlage dafür, dass in Zukunft Auktionen so gestaltet werden können, dass sie insgesamt zu mehr Wohlstandsgewinnen führen“, begründet Vitali Gretschko das Jury-Urteil.

Der Heinz König Young Scholar Award ist nach dem im Jahre 2002 verstorbenen Gründungsdirektor des ZEW, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz König, benannt und würdigt hervorragende empirische Arbeiten junger Wirtschaftswissenschaftler/innen. Das ZEW will mit dem Preis der Vielzahl an Auszeichnungen für arrivierte Forscher/innen keine weitere hinzufügen, sondern – ganz im Sinne von Heinz König – der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses den Vorzug geben.

Beim ZEW Summer Workshop 2017 waren die neuesten theoretischen, empirischen und experimentellen Entwicklungen in der Ausgestaltung von Marktinstitutionen zentrale Themen, mit einem besonderen Fokus auf Auktionen und Matching-Märkten. Als Hauptredner waren eingeladen Prof. Dr. Dorothea Kübler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Prof. Dr. Alexander Westkamp von der Universität zu Köln, Prof. Frank Wolak, Ph.D. von der US-amerikanischen Stanford University sowie Prof. Dr. Christine Zulehner von der Goethe-Universität Frankfurt.

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