EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich in seiner Rede zur Lage der Europäischen Union für eine Einführung des Euro in allen EU-Staaten ausgesprochen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, nimmt dazu Stellung.

„Junckers Initiative zur raschen Erweiterung der Eurozone kommt zum falschen Zeitpunkt. Die europäische Schuldenkrise hat seit 2010 deutlich gezeigt, dass die Einführung des Euro in einigen Staaten Südeuropas verfrüht war. Es wäre unklug, diesen historischen Fehler nun für Osteuropa zu wiederholen.

Bislang waren notwendige Reformen der Eurozone wie die Einführung eines Insolvenzsystems für Staaten nicht durchsetzbar. Ohne solche Reformen wäre eine Erweiterung des Euroraums um politisch und ökonomisch fragile Staaten ein unkalkulierbares Risiko. Die Flucht nach vorne bei der Erweiterung der Eurozone würde die Überlebensfähigkeit des Euro gefährden.“

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Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Telefon 0621/1235-149, E-Mail friedrich.heinemann@zew.de

Datum

13.09.2017

Kategorie
  • Kommentar
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