Im dem ZEW Research Seminar zugrundeliegenden Paper wurde untersucht, welche Auswirkungen Abwrackprämien-Programme auf Fahrzeugneuzulassungen sowie auf die entsprechenden CO2-Emissionen haben. Dabei stand vor allem Deutschland im Fokus des Interesses. Um geeignete kontrafaktische Fallkonstellationen zu erzeugen, wurde eine multivariate synthetische Kontrollmethode namens MSCM-T entwickelt, die auf Zeitreihen wirtschaftlicher Prädiktoren basiert. Die Anwendung der MSCM-T auf einen umfangreichen Datensatz von 23 europäischen Staaten ergab, dass die Wirkung dieser Prämie in Deutschland mit 1,3 Mio. prämienbedingten Neuzulassungen überaus positiv ausfiel. Dabei handelte es sich bei fast einer Million dieser Fahrzeugkäufe nicht um vorgezogene Erwerbsentscheidungen. Damit wurde durch die Prämie ein Umsatz erzielt, der das Programmbudget von 5 Mrd. Euro um mehr als das Dreifache überstieg. Allerdings wird auch deutlich, dass die Subvention eine erhebliche Belastung für die Umwelt darstellte, denn sie verursachte vorsichtigen Abschätzungen zufolge einen Netto-CO2-Ausstoß von etwa 2,4 Mio. Tonnen. Auch in anderen europäischen Staaten wirkten sich vergleichbare Programme positiv auf die Anzahl neuer Fahrzeugzulassungen aus. Zudem wird deutlich, dass alle in der Studie erfassten Staaten ohne Abwrackprämie ihren jeweiligen Automobilmarkt durch das Einführen einer derartigen Subvention erheblich hätten stabilisieren können.

Paper

Paper "Synthesizing Cash for Clunkers: Stabilizing the Car Market, Hurting the Environment" von Dr. Gregor Pfeifer und Dr. Stefan Klößner (as PDF, 568 KB)

Termin

22.01.2015 | 16:00 - 17:30

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim

Raum

Raum 2

Kontakt

Stellvertretende Leitung