Das dem englischsprachigen Vortrag zugrundeliegende Papier entwickelt und testet Hypothesen, die sich mit der Wirkung äußerer Einflüsse auf die Karriereentwicklung britischer Diplomaten beschäftigen. Auf der Grundlage neuer Daten, die über eine Dauer von 40 Jahren (1966-2005) die Karriereentwicklung von 342 britischen Diplomaten beschreiben, wird untersucht, inwieweit entweder unerwartete Ausbrüche von bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen in den jeweiligen Einsatzländern die Beförderungschancen der Diplomaten erhöhen. Die Ergebnisse bestätigen den vermuteten Zusammenhang, insbesondere bei Beförderungen in höhere Karrierestufen.

Das Papier unterscheidet zwei Mechanismen, die diese positive Beziehung treiben könnten:

1. Krisen könnten bisher unentdeckte Qualitäten einzelner Diplomaten "aufdecken", was bei durchschnittlich hoher Qualität der Diplomaten zu einer positiven empirischen Beziehung zwischen Krisen und Beförderung führt (talent revelation mechanism).

2. Krisen könnten einen "Übungseffekt" haben; sodass Diplomaten während der Bewältigung von Krisen Fähigkeiten erlernen, die sie in Zukunft für eine Beförderung qualifizieren (experience mechanism).

Werden diese Mechanismen formal modelliert und die daraus ableitbaren, konkurrierenden Vorhersagen getestet, zeigt sich, dass der positive Zusammenhang zwischen Naturkatastrophen und Beförderung durch den Erfahrungseffekt entsteht. Die Ergebnisse bei bewaffneten Konflikten zeigen zwar eine ähnliche Tendenz auf, sind jedoch weniger eindeutig.

Redner/-in

Klaus J. Brösamle

Hertie School of Governance, Berlin

Termin

23.02.2012 | 16:00 - 17:30

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim

Raum

Straßburg

Kontakt

Stellvertretende Leitung